
Das ultimative Eitelkeitsprojekt: Heidi Klums körperskannierte Hand
Bei ihrem jährlichen Halloween-Treffen in New York verwandelte das Model Selbstverliebtheit in ein hochbudgetiertes Spektakel, indem sie eine riesige, blutige Replik ihres eigenen Gliedes trug.
Von Freya Stensrud

Die Prominentenkultur operiert seit Langem nach dem Prinzip, dass das Selbst die ultimative Ware ist, doch Heidi Klum trieb diese Metapher bei ihrem jährlichen New Yorker Halloween-Treffen auf eine buchstäbliche, blutige Spitze. Eingeschlossen in einer riesigen, hyperrealistischen Nachbildung ihrer eigenen linken Hand, verwandelte das ehemalige Model die persönliche Anatomie in ein gewaltiges Ingenieurprojekt. Entworfen in Zusammenarbeit mit dem Special-Effects-Maskenbildner Mike Marino, basierte die groteske Konstruktion auf präzisen Körperscans, um sicherzustellen, dass jedes Detail vergrößert wurde, bis hin zu ihrem Verlobungsring, Ehering und dem Tattoo mit dem Namen ihres Mannes Tom Kaulitz.
Das Konzept entstand Berichten zufolge ein Jahr zuvor während eines Moments der Selbstbetrachtung, als Klum ihre Hand ansah und entschied, dass ihr ganzer Körper irgendwie in eine vergrößerte Kopie davon passen könnte. Was im Alltag wie ein bizarres Gedankenexperiment klingen mag, wurde umgehend in ein hochbudgetiertes öffentliches Spektakel verwandelt. Marino, der Klum bereits zuvor geholfen hatte, frühere Kostümkonzepte wie einen Pfau, einen Riesenwurm, Medusa, E.T. und Fiona aus dem Animationsfilm Shrek zum Leben zu erwecken, lieferte erneut das technische Handwerk, das für die Transformation erforderlich war.
Bemerkenswert abwesend beim Hauptevent war Klums Ehemann, Tom Kaulitz, der aufgrund eines Konzertengagements in Deutschland verhindert war. Kaulitz hatte historisch als Accessoire zu Klums aufwendigen Themen gedient, sich als Ei zu ihrem Pfau, als Fischer zu ihrem Wurm und als versteinerte Figur neben ihrer Medusa verkleidet. Klum bemerkte gegenüber dem Magazin Bunte, dass sie es zwar vorgezogen hätte, die Hand ihres Mannes zu halten, doch die Logistik verhinderte, dass er gleichzeitig an zwei Orten sein konnte.
In Kaulitz’ Abwesenheit füllten Familie und Prominente den Raum. Ihre Tochter, Leni Klum, erschien als Miss Piggy verkleidet, mit Schweineohren, XXL-Wimpern und einer violetten Federboa. Weitere Anwesende waren die Schauspieler Kyle MacLachlan und Neil Patrick Harris, letzterer kam zusammen mit seinem Ehemann David Burtka als ein Paar gruseliger Zwillinge.
Die extravagante Darbietung kontrastierte mit einem kleineren Treffen am Vorabend in Klums Pizzeria im Stadtteil Soho in Manhattan. Ohne das massive Prothesenanhängsel erschien Klum in einem orangefarbenen Kleid und schwarzen Stiefeln. Die kurze Rückkehr zu konventioneller Kleidung unterstrich nur die Ambition des Hauptevents und bewies, dass im zeitgenössischen Unterhaltungszirkus sogar die eigenen Gliedmaßen zur öffentlichen Belustigung vergrößert werden können.
Geschrieben von Freya Stensrud
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