
Prämien steigen erneut: Jura erlebt den stärksten Anstieg, Glarus den mildesten
Die Schweizer Krankenkassenprämien sollen 2027 im Durchschnitt um 5 Prozent steigen, wobei höhere Gesundheitskosten erneut den Löwenanteil ausmachen.

Die Schweizer Haushalte erhalten einmal mehr eine bekannte Rechnung. Im Jahr 2027 werden die Krankenkassenprämien in der Schweiz gemäss den neuesten Zahlen im Durchschnitt um 5 Prozent steigen. Der Anstieg wird nicht gleichmässig verteilt sein, was in einem System, das sich gerne als geordnet bezeichnet, während die Rechnung in unterschiedlicher Höhe ankommt, kaum überrascht.
Der Jura wird am härtesten getroffen, während Glarus den geringsten Anstieg verzeichnen wird. Diese beiden Kantone liegen an den entgegengesetzten Enden der Skala, doch die Richtung ist überall dieselbe: nach oben. Der angegebene Grund ist auch der übliche. Erhöhte Gesundheitskosten werden erneut für den Anstieg verantwortlich gemacht.
Diese Erklärung ist inzwischen fast schon automatisch geworden, was für alle Beteiligten bequem ist und weniger für diejenigen, die zahlen. Prämien steigen, Kosten steigen, und die Öffentlichkeit wird erwartet, dies als Naturgesetz und nicht als politisches Problem zu behandeln. Die Zahlen für 2027 passen genau in dieses Muster.
Für Haushalte ist der Unterschied zwischen einem durchschnittlichen Anstieg und einem kantonsspezifischen natürlich nicht akademisch. Es ist der Unterschied zwischen einem etwas härteren Monat und einem deutlich knapperen. Das System mag darauf ausgelegt sein, Risiken zu verteilen, aber der Druck lastet immer noch auf den Versicherten, die eine weitere Runde höherer Zahlungen verkraften müssen.
Die Schweiz bleibt ein Land mit einem starken Gesundheitssystem und, nach europäischen Standards, grossem Wohlstand. Doch selbst reiche Länder stellen immer wieder fest, dass gute Institutionen Kosten nicht verschwinden lassen. In diesem Fall verteilen sie sie lediglich. Die Prämienrunde 2027 ist eine weitere Erinnerung daran, dass die eigentliche Debatte nicht darum geht, ob Gesundheitsversorgung Geld kostet, sondern warum die Rechnung immer weiter steigt, während die Erklärung dieselbe bleibt.
Verfasst von Martina Kirchner martina.kirchner@alpineweekly.com
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