Salt und Sunrise planen ländlichen Waffenstillstand bei Antennen

Zwei Schweizer Mobilfunkbetreiber testen eine pragmatische Idee: mehr Infrastruktur dort teilen, wo die Berge den größten Schaden anrichten und das Geschäftsmodell am schwächsten ist.

Salt and Sunrise eye a rural truce over antennas

Die Schweizer Telekommunikation hat wieder einmal entdeckt, dass Berge unpraktisch sind. Salt und Sunrise prüfen nun, ob sie ihre Antennen enger teilen können, vor allem in Randregionen, um die Netzqualität zu verbessern, ohne unnötige Kosten zu verursachen. Die Idee ist kaum revolutionär, aber in einem Markt, in dem jeder zusätzliche Mast gerechtfertigt werden muss, kommt Pragmatismus oft im Anzug und mit einer Tabellenkalkulation daher.

Ralf Beyeler, Telekom- und Geltexperte beim Vergleichsdienst moneyland.ch, sagt, die Logik sei offensichtlich. In ländlichen Gebieten, so argumentiert er, könne der Aufwand effektiv halbiert werden, wenn Antennen an möglichst vielen Standorten gemeinsam genutzt würden. In der Praxis würde dies bedeuten, dass Salt bestimmte Antennen baut, die auch Sunrise-Kunden nutzen könnten, während Sunrise dasselbe für Salt-Kunden anderswo tun würde.

In Städten ist der Fall schwächer, und das nicht unerheblich. Beyeler weist darauf hin, dass ein Teilen dort fast keinen Nutzen bringen würde, da die städtischen Netze bereits stark ausgelastet sind. Es gibt einfach nicht genügend freie Kapazitäten, um die Kunden anderer Betreiber über dieselbe Infrastruktur zu leiten. Das Land hingegen ist eine andere Sache. Die Topografie der Schweiz mit ihren Bergen und Hügeln macht eine breite Abdeckung viel anspruchsvoller als in flacheren Ländern wie den Niederlanden, wo eine Antenne eine viel größere Fläche abdecken kann.

Diese Geografie ist wichtig, da viele ländliche und bergige Regionen dünn besiedelt sind. Die wenigen Bewohner und gelegentlichen Wanderer nutzen die vorhandene Infrastruktur nicht voll aus, was doppelte Antennen zu einem kostspieligen Luxus macht. Ein einziger Mast, der Kunden von Salt und Sunrise bedient, ist aus Beyelers Sicht die sinnvollere Lösung. Es reduziert auch das Risiko, dass einige Orte nur eine lückenhafte Empfangsqualität haben, weil jeder Betreiber versucht, dasselbe Gebiet auf eigene Faust abzudecken.

Es gibt auch einen breiteren Punkt, den Schweizer Telekommunikationsunternehmen nicht höflich ignorieren können. Sie können Mobilfunkabonnements nicht nur an Städte verkaufen und den Rest des Landes sich selbst überlassen. Beyeler sagt, es wäre undenkbar für einen Anbieter wie Salt oder Sunrise, sich nur auf Zürich, Bern und Basel zu konzentrieren. Kunden erwarten Service auch in ländlichen Gebieten und in den Bergen, und ohne diesen wird ein Anbieter Schwierigkeiten haben, Geschäfte zu gewinnen.

Nach Schweizer Standards sind die Netze bereits stark. Beyeler sagt, die Mobilfunknetze des Landes gehören trotz des schwierigen Geländes zu den besten der Welt. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind gering, und jeder Betreiber hat Orte, an denen die Abdeckung schwächer ist, und andere, an denen sie besser ist. Wenn Salt und Sunrise jedoch mehr Infrastruktur dort teilen können, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, könnten sie den Service verbessern, ohne so zu tun, als verdiene jeder Hügel seinen eigenen Mast. Der Markt hat schließlich schon genug zeremonielle Ineffizienz.

Verfasst von Thorben Thiede thorben.thiede@alpineweekly.com