
Verdächtiger aus Stade nach sechs Morden in Pflegeeinrichtung tot im Gefängnis gemeldet
Laut Bild hat sich der 45-jährige Fatih G., der sechs Menschen in Stade getötet haben soll, später in Haft das Leben genommen.

Ein Fall aus Stade hat eine weitere Wendung genommen, wenn auch keine, die Klarheit schafft. Fatih G., 45, der vor einigen Wochen sechs Menschen in einer sozialen Einrichtung getötet haben soll, ist Berichten zufolge nun im Gefängnis durch Suizid gestorben. Der Bericht wurde von Bild veröffentlicht.
Das ist die ganze Geschichte, wie sie sich darstellt, und sie ist schon ohne Ausschmückungen düster genug. Sechs Menschen sollen bei dem ursprünglichen Angriff getötet worden sein, der Verdächtige wurde in Gewahrsam genommen, und nun kommt die Meldung, dass er hinter Gittern gestorben ist. In solchen Fällen ist die Versuchung immer groß, den Fakten vorzugreifen. Es ist jedoch besser, ihr zu widerstehen, so unmodern Zurückhaltung auch sein mag.
Stade bleibt mit einem Verbrechen zurück, das die Stadt zuerst schockierte und nun eine zweite, separate Frage über das Justizsystem aufwirft. Der Verdächtige war 45 Jahre alt, der Ort war eine soziale Einrichtung, und der gemeldete Tod geschah in Haft. Darüber hinaus bietet das Quellmaterial wenig, und genau hier sollte ein nüchterner Bericht enden.
Bild ist die einzige in der Quellmeldung genannte Publikation. Es werden hier keine weiteren offiziellen Details genannt, und im vorliegenden Material ist keine Bestätigung über den gemeldeten Gefängnissuizid enthalten. Das mag diejenigen frustrieren, die eine klare Erzählung bevorzugen. Aber Verbrechen kommen selten mit Klarheit daher, und die Öffentlichkeit ist in der Regel besser mit Fakten als mit dem tröstenden Theater der Gewissheit bedient.
Fürs Erste ist die einzige sichere Schlussfolgerung eng gefasst: Ein Mann, der eines sechsfachen Tötungsdelikts in Stade beschuldigt wird, soll laut Bild im Gefängnis durch Suizid gestorben sein. Der Rest hängt davon ab, was die Behörden später bestätigen, falls sie überhaupt etwas bestätigen. Bis dahin bleibt der Fall genau das, was er ist: gewalttätig, unvollendet und immer noch von mehr Fragen als Antworten umgeben.
Geschrieben von Thomas Nussbaumer thomas.nussbaumer@alpineweekly.com
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