
EU kürzt zollfreie Stahlimporte um fast die Hälfte, da asiatische Konkurrenz europäische Werke erdrückt
Der Block verdoppelt die Strafzölle auf überschüssige Lieferungen auf 50 Prozent, mit China, Indien und der Türkei im Visier.

Die Europäische Union hat entschlossen gehandelt, um höhere Mauern um ihren angeschlagenen Stahlsektor zu errichten, und sich über Nacht darauf geeinigt, das Volumen zollfreier Importe um fast die Hälfte zu kürzen und gleichzeitig die Strafe für Lieferungen, die die neuen Grenzen überschreiten, zu verdoppeln. Vertreter der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments erzielten die Einigung in den frühen Morgenstunden des Dienstags und reagierten damit auf den wachsenden Druck einheimischer Hersteller, die zusehen mussten, wie billigerer asiatischer Stahl den Markt überschwemmte und ihre Rentabilität untergrub.
Im Rahmen des überarbeiteten Rahmens wird die jährliche Quote für zollfreien Stahl, der in die EU gelangt, auf 18,3 Millionen Tonnen begrenzt. Dies entspricht einer Reduzierung von etwa 47 Prozent gegenüber der vorherigen Genehmigung. Alle Importe, die diese Schwelle überschreiten, werden nun mit einem Strafzoll von 50 Prozent belegt, eine deutliche Erhöhung gegenüber dem bisherigen Satz von 25 Prozent.
Die Maßnahmen zielen ausdrücklich darauf ab, die Flut von Billigstahl aus China, Indien und der Türkei einzudämmen, Länder, deren exportorientierte Werke von staatlichen Subventionen und überschüssigen Produktionskapazitäten profitiert haben, die europäische Hersteller einfach nicht erreichen können. Die Vereinbarung legt auch fest, wie die reduzierte Quote unter bestimmten Drittländern aufgeteilt wird, um sicherzustellen, dass der begrenzte zollfreie Zugang nach einer vorher festgelegten Formel verteilt wird, anstatt nach dem Windhundprinzip beansprucht zu werden.
Als Zugeständnis an Importeure und nachgelagerte Industrien, die auf ausländischen Stahl angewiesen sind, bewahren die neuen Regeln ein gewisses Maß an operativer Flexibilität. Ungenutzte Teile einer Quartalsquote können ins nächste Quartal übertragen werden, um künstliche Engpässe zu vermeiden, die die Lieferketten für europäische Hersteller von Automobilen, Maschinen und Baumaterialien stören könnten.
Die bestehende Einfuhrregelung läuft am 30. Juni aus. Obwohl die über Nacht erzielte Einigung die formelle Billigung sowohl des Rates der Mitgliedstaaten als auch des Europäischen Parlaments erfordert, wird dieser letzte Schritt weithin als rein formelle Angelegenheit betrachtet. Sobald sie genehmigt sind, treten die strengeren Beschränkungen sofort in Kraft und bieten europäischen Stahlherstellern einen besser geschützten Heimatmarkt, auch wenn sie sich den tieferen strukturellen Herausforderungen der globalen Überkapazitäten und des grünen Übergangs stellen müssen.
Verfasst von Martina Kirchner
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