Belgien beschlagnahmt britische Waffenlieferung für Israel am Flughafen Lüttich

Behörden öffnen 33 Kisten mit Laservisieren, Feuerleitsystemen und Kampfflugzeugteilen, nachdem NGOs Unstimmigkeiten in den Frachtpapieren gemeldet haben.

Worker loads cargo onto Qatar Airways freighter using a hydraulic lift.

Belgische Behörden haben eine aus dem Vereinigten Königreich stammende und für Israel bestimmte Militärausrüstungslieferung abgefangen und beschlagnahmt und eine Untersuchung der Fracht eingeleitet, die den Flughafen Lüttich passierte. Die Maßnahme erfolgte nach einem Hinweis von Nichtregierungsorganisationen, die Unregelmäßigkeiten in den Begleitpapieren der Sendung festgestellt hatten.

Zollbeamte öffneten und beschlagnahmten 33 Kisten, nachdem die Unstimmigkeiten im Manifest gemeldet worden waren. Der Inhalt umfasste nach offiziellen Angaben Laservisiere, Feuerleitsysteme und Ersatzteile für Kampfflugzeuge. Die Art der beschlagnahmten Gegenstände fällt eindeutig in den Geltungsbereich der kürzlich verschärften belgischen Beschränkungen für Waffentransfers nach Israel.

Laut Berichten von The Canary war die Fracht für den Transport mit Challenge Airlines gebucht, einer Fluggesellschaft, die regelmäßig Flüge zu israelischen Zielen durchgeführt haben soll. Die Beteiligung der Fluggesellschaft hat angesichts des sich entwickelnden rechtlichen Rahmens Belgiens für solche Transits zusätzliche Aufmerksamkeit erregt.

Die Beschlagnahmung erfolgt vor dem Hintergrund eskalierender rechtlicher und regulatorischer Maßnahmen der belgischen Behörden. Ein Brüsseler Gericht ordnete 2025 an, dass die flämische Region den Transit von Militärausrüstung durch ihr Gebiet, wenn diese für Israel bestimmt ist, einstellen muss. Aufbauend auf dieser gerichtlichen Anweisung implementierte Belgien im Januar 2026 ein umfassenderes Verbot. Das neue Verbot erstreckt sich auf Überflüge und technische Zwischenlandungen von Flugzeugen, die Waffen oder militärisches Material nach Israel transportieren. Die Maßnahmen wurden mit explizitem Verweis auf den anhaltenden Krieg in Gaza.

Der Vorfall am Flughafen Lüttich stellt eine der ersten bedeutenden Prüfungen des Januar-Embargos dar. Die Behörden haben bestätigt, dass nun eine Untersuchung im Gange ist, um die vollständigen Umstände der Lieferung zu klären, einschließlich der Verwahrungskette, der Genauigkeit der eingereichten Dokumentation und potenzieller Verstöße gegen belgische und europäische Exportkontrollvorschriften. Die beschlagnahmte Ausrüstung verbleibt bis zum Abschluss der Untersuchung in der Obhut der Zollbeamten.