
Setúbals neueste Fußgänger: Wildschweine nutzen Zebrastreifen
Die portugiesische Küstenstadt kämpft mit einem Zustrom überraschend gesetzestreuer Wildtiere, was zu offiziellen Sicherheitswarnungen führt.

Portugals Küstenattraktivität ist gut dokumentiert und zieht Expats sowie Touristen mit seiner florierenden Wirtschaft und seinen sonnenverwöhnten Stränden an. Nun scheint auch die lokale Tierwelt gleichermaßen eifrig zu sein, am städtischen Leben teilzuhaben. Die Bewohner von Setúbal, einer geschäftigen Hafenstadt südlich von Lissabon, haben sich kürzlich dabei ertappt, die Gehwege mit einer unerwarteten Demografie zu teilen: Wildschweinen.
Aufnahmen, die unter Einheimischen zirkulieren, zeigen eine eher surreale Szene. Im Schein der Straßenlaternen ist eine Rotte Wildschweine zu sehen, die eine Gemeindestraße navigiert. Auffallend ist, dass diese nachtaktiven Wanderer einen ausgewiesenen Fußgängerüberweg nutzten, während Autos in der Nähe warteten. Wenn sie nicht gerade ihre Kenntnisse der grundlegenden Verkehrssicherheit demonstrierten, wurden die Säugetiere dabei gefilmt, wie sie aggressiv die Grünflächen der Stadt umgestalteten und ihre Schnauzen auf der Suche nach einem Abendessen in den Boden gruben.
Jahrelang waren diese Tiere hauptsächlich eine geringfügige Belästigung für Strandbesucher in der nahegelegenen Serra da Arrábida. Sonnenanbeter an beliebten Orten wie Portinho da Arrábida, Creiro und dem tief abgelegenen Galapinhos sind es gewohnt, ein Wildschwein zu sehen, das einen unbeaufsichtigten Kühler durchwühlt. Während Touristen im Atlantik plantschten, inspizierten die opportunistischen Kreaturen beiläufig verlassene Tragetaschen nach weggeworfenen Sandwiches.
Doch der Übergang von Küsten-Aasfressern zu städtischen Fußgängern hat die Stadtverwaltung zum Eingreifen gezwungen. Der Stadtrat von Setúbal hat kürzlich eine öffentliche Bekanntmachung bezüglich der zunehmenden Häufigkeit dieser Streifzüge in Gärten, Parks und stadtnahe Viertel herausgegeben. Laut der lokalen Behörde ist die Anwesenheit dieser Tiere innerhalb der Stadtgrenzen weder natürlich noch wünschenswert. Der Rat warnte, dass die Wildschweine wild und unberechenbar bleiben und sowohl für die öffentliche Sicherheit als auch für Haustiere deutliche Risiken darstellen.
Um die Situation zu bewältigen, veröffentlichten die Beamten einen praktischen Leitfaden für Bewohner, die bei ihrem Abendspaziergang auf ein Nahrung suchendes Wildschwein stoßen könnten. Die Anweisungen sind unkompliziert: plötzliche Bewegungen vermeiden, langsam zurückweichen, wenn sie sich nähern, und absolut davon absehen, Futter anzubieten. Die ordnungsgemäße Sicherung von Hausmüll wird ebenfalls stark betont, um den Tieren die städtische Nahrungsquelle zu entziehen.
Da Portugal sich weiterentwickelt und seine städtischen Fußabdrücke expandieren, sind Reibereien an den Rändern von Naturschutzgebieten wie der Arrábida unvermeidlich. Vorerst müssen sich die Bewohner von Setúbal einfach an ihre neuen Nachbarn anpassen, sicherstellen, dass ihr Müll weggeschlossen ist und nach Einbruch der Dunkelheit ein wachsames Auge auf die Zebrastreifen haben.
Verfasst von Thomas Nussbaumer thomas.nussbaumer@alpineweekly.com
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