Königliche Schwärme und öffentlicher Müll: Die Themse-Schwanenzählung

Eine erfreuliche Zählung von Höckerschwänen wird durch zunehmende Verschmutzung in Englands Wasserwegen überschattet.

Royal Flocks and Public Trash: The Thames Swan Census

Jeden Juli ist die Themse Schauplatz einer administrativen Übung, die den modernen britischen Staat lange überdauert hat. Männer in traditionellen Skiffs begeben sich auf das Wasser, um Schwäne zu zählen. Dies ist das jährliche 'Swan Upping', eine eigentümliche Zählung, die die Eigentumsrechte der Krone und zweier alter Zünfte an der lokalen Höckerschwanpopulation geltend macht. Es ist ein Spektakel der Kontinuität. Doch wie die Ausgabe vom Juli 2026 zeigt, kann selbst eine Tradition aus dem 12. Jahrhundert den Folgen zeitgenössischer öffentlicher Nachlässigkeit nicht entgehen.

Die Prozession startete kürzlich vom Sunbury Lock in Middlesex und begab sich auf eine Route, die sich zwischen dem dreizehnten und siebzehnten Juli bis zur Abingdon Bridge in Oxfordshire erstreckt. Vertreter der Vintners'- und Dyers'-Kompanien ruderten zusammen mit König Charles' Oberstem Schwanenwärter, David Barber, den Fluss bei Staines entlang. Ihre Aufgabe ist unkompliziert, aber arbeitsintensiv: die örtlichen Jungschwäne fangen, wiegen und vermessen, bevor sie in der Nähe von Windsor Castle wieder ins Wasser entlassen werden. Die in diesem Jahr gesammelten demografischen Daten bieten eine willkommene Dosis Optimismus. Barber, der diese aquatische Bestandsaufnahme seit 1993 organisiert, berichtete von sehr ermutigenden Zahlen für die Jungvogelpopulation.

In einer Zeit, die von digitalen Metriken besessen ist, hat es etwas erfrischend Analoges, einen Vogel aus einem Fluss zu ziehen, um seine Gesundheit zu überprüfen. Die Tradition stammt aus einer Zeit, als Schwäne ein geschätztes Bankettgericht und nicht eine geschützte Art waren. Heute teilt sich die Krone den Besitz mit den Vintners und Dyers, wodurch ein mittelalterlicher Anspruch in eine funktionale Naturschutzanstrengung umgewandelt wird. Die fünftägige Operation endet mit einem traditionellen Toast auf den Monarchen in Windsor und bietet eine saubere, geordnete Darstellung des institutionellen Erbes.

Die Gesundheit der Jungschwäne wird jedoch zunehmend durch die Umwelt, in der sie leben, bedroht. Während die Schwanenpopulation robust bleibt, erzählt der Zustand der Themse eine deutlich düstere Geschichte. Die Zählungsmannschaften dokumentierten eine beunruhigende Menge an Flussmüll. Junge Schwäne werden häufig verletzt aufgefunden, verheddert in weggeworfenen Angelgeräten und Haushaltsabfällen.

Dies stellt einen krassen Gegensatz dar. Auf der einen Seite gibt es einen hochorganisierten, jahrhundertealten Rahmen, der der Überwachung und dem Schutz einer bestimmten Art gewidmet ist. Auf der anderen Seite gibt es eine lässige Missachtung genau der Wasserwege, auf die diese Vögel angewiesen sind. Die Tragödie der Allmende ist hier voll sichtbar; der Fluss gehört jedem, was scheinbar bedeutet, dass sich niemand verantwortlich fühlt, ihn sauber zu halten. Solange die bürgerliche Pflicht nicht mit der Strenge der königlichen Tradition übereinstimmt, werden die königlichen Schwäne weiterhin einen Lebensraum durchqueren, der von modernem Abfall erstickt wird.

Verfasst von Freya Stensrud

freya.stensrud@alpineweekly.com