Das Ende des Booms: Zürichs Bildungsapparat erreicht ein demografisches Plateau

Nach achtzehn Jahren unermüdlicher Expansion haben die Studentenzahlen im Schweizer Wirtschaftszentrum endlich stagniert, was der gut finanzierten Bürokratie des Staates einen Moment zum Nachjustieren verschafft.

The End of the Boom: Zurich's Educational Machinery Hits a Demographic Plateau

Fast zwei Jahrzehnte lang kannte der Bildungsapparat des Kantons Zürich nur eine Richtung: unermüdliche Expansion. Jahr für Jahr nahm der wohlhabende Wirtschaftsmotor der Schweiz immer größere Kohorten von Kindern in seine gut finanzierten Klassenzimmer auf. Diese Ära endete diese Woche still und leise. Mit Beginn des neuen Schuljahres verzeichnete der Kanton rund 162.000 Kinder und Jugendliche, die in den Kindergarten und die obligatorische Schule eintraten. Zum ersten Mal seit 2008 stagnierten die Zahlen und markieren nach achtzehn Jahren ununterbrochenen Wachstums ein plötzliches demografisches Plateau.

Diese Stagnation könnte dem Staatssystem, das normalerweise damit beschäftigt ist, neue Infrastruktur zu errichten, um mit dem Bevölkerungszustrom Schritt zu halten, eine kurze administrative Atempause verschaffen. Dennoch werden die in den Boomjahren in Auftrag gegebenen Bauprojekte noch immer realisiert. In Dübendorf hat gerade eine neue Filiale der Kantonsschule Stadelhofen ihre Türen geöffnet. Mit einer Kapazität für 650 Schülerinnen und Schüler in verschiedenen akademischen Zweigen, einschließlich des traditionellen Gymnasiums und der kaufmännischen Mittelschule, befindet sich die Einrichtung direkt auf dem Campus der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, allgemein bekannt als Empa.

Während der akademische Weg weiterhin hoch geschätzt wird, liegt das wahre Fundament der bekanntlich gesunden Schweizer Wirtschaft anderswo. Neben den Gymnasiasten hat eine große Anzahl von Teenagern gerade den gefeierten dualen Berufsbildungsweg des Landes eingeschlagen. Im gesamten Kanton haben 12.875 junge Erwachsene neue Lehrverträge unterzeichnet.

Ihre Berufswahl spiegelt den praktischen, serviceorientierten Charakter des lokalen Marktes wider. Die Berufe des Kaufmanns/der Kauffrau, des Fachmanns/der Fachfrau Gesundheit und des Pflegeassistenten/der Pflegeassistentin dominieren weiterhin die Popularitätslisten. Es ist ein System, das Jugendliche effizient in den Arbeitsmarkt integriert und so geringe Arbeitslosigkeit und eine stetige Versorgung mit Fachkräften gewährleistet, die weniger organisierte Nationen nur beneiden können.

Natürlich kann keine gut geölte Staatsmaschinerie der Versuchung einer bürokratischen Überarbeitung widerstehen. Während sich die neuen Lehrlinge in ihre Aufgaben einarbeiten, führen die Berufsschulen eine Lehrplanaktualisierung namens Allgemeinbildung 2030 ein. Das erklärte Ziel der kantonalen Behörden ist es, den Unterricht stärker an die tatsächlichen Lebens- und Arbeitswelten der Auszubildenden anzupassen.

Man könnte sich fragen, wie viel stärker ein System, das vollständig auf betrieblicher Ausbildung basiert, noch angepasst werden könnte. Das Schweizer Staatssystem, robust und großzügig finanziert, tappt gelegentlich in die naive Falle, etwas zu reparieren, das kaum kaputt ist. Dennoch bleibt der duale Weg ein gewaltiger Motor für den Wohlstand. Da die demografische Flut endlich abebbt, haben Zürichs Bildungsplaner nun den Luxus, sich auf die feineren Details ihrer Maschinerie zu konzentrieren, anstatt sich abmühen zu müssen, genügend Stühle für eine ständig wachsende Studentenschaft zu finden.

Geschrieben von Christiane Hofreiter christiane.hofreiter@alpineweekly.com