
Jede sechste spanische Krankenschwester plant, innerhalb von zwei Jahren zu kündigen, so eine Studie
Die größte nationale Studie zeigt, dass fast 40% der Pflegekräfte innerhalb eines Jahrzehnts kündigen wollen; befristete Verträge erhöhen das Austrittsrisiko um 33%, da europäische Gesundheitssysteme mit Personalmangel zu kämpfen haben.

Krankenschwestern in Spanien verlassen den Beruf nicht aus einem einzigen Grund. Vielmehr führt eine Reihe struktureller Bedingungen, die die tägliche Praxis untergraben – insbesondere Arbeitsplatzunsicherheit und die Wahrnehmung einer schlechten Pflegequalität – zu diesem Exodus. Dies ist das Fazit der bisher größten Studie, die im Land durchgeführt wurde und ergab, dass fast vier von zehn Pflegefachkräften erwägen, den Beruf innerhalb des nächsten Jahrzehnts zu verlassen.
Die Forschung wurde vom Gesundheitsministerium und dem Carlos III Gesundheitsinstitut (ISCIII) geleitet, basierend auf über 20.000 Umfrageantworten, und im Journal of Nursing Management veröffentlicht. Dem Bericht zufolge beabsichtigen 39,6% der befragten Pflegekräfte, den Beruf in den nächsten zehn Jahren zu verlassen. Eine noch unmittelbarere Sorge: 17% erwarten, innerhalb von nur zwei Jahren zu gehen.
Zu den Faktoren, die diesen Trend begünstigen, gehören mangelnde Arbeitsplatzsicherheit, übermäßige Arbeitsbelastung und negative Wahrnehmungen der Pflegequalität und Patientensicherheit. Die Studie quantifiziert die Auswirkungen: Befristete Verträge erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Austritts um 33%. Die Wahrnehmung einer schlechten Patientensicherheit erhöht das Risiko um 81%. Mehr als die Hälfte derjenigen, die kündigen wollen – 56,5% – nennen mangelnde Stabilität als Hauptgrund, gefolgt von geringer Anerkennung und Arbeitsbedingungen, die viele als unzureichend empfinden.
Die Analyse zeigt auch erhebliche regionale Ungleichheiten auf. In Regionen wie Madrid, den Kanarischen Inseln, Galizien und den Balearen ist die Wahrscheinlichkeit, dass Pflegekräfte kündigen wollen, mehr als doppelt so hoch wie in Navarra. Die Autoren führen diese Unterschiede auf Variationen in den Arbeitsbedingungen und der Organisation des Gesundheitssystems zurück.
Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Diskrepanz zwischen Ausbildung und beruflicher Praxis. Nur 34,5% der Fachpflegekräfte arbeiten in ihrem tatsächlichen Spezialgebiet. Diese Diskrepanz trägt direkt zur beruflichen Unzufriedenheit bei. Hinzu kommt ein chronischer Mangel an Zeit für die Patientenversorgung – bis zu dem Punkt, dass 60% der befragten Pflegekräfte zugeben, Pflegetätigkeiten auszulassen.
Das Phänomen ist nicht nur in Spanien zu beobachten. In mehreren europäischen Ländern stehen die Gesundheitssysteme vor einem wachsenden Mangel an Pflegepersonal, der durch alternde Bevölkerungen, steigenden Druck auf die Dienstleistungen und die Schwierigkeit, Talente zu halten, verschärft wird. Internationale Organisationen haben gewarnt, dass die Europäische Union in den kommenden Jahren Hunderttausende zusätzlicher Pflegekräfte benötigen könnte, nur um die aktuellen Pflegestandards aufrechtzuerhalten. In Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich haben Gesundheitsgewerkschaften steigende Raten frühzeitiger Berufsaustritte und anhaltende Schwierigkeiten bei der Besetzung von Schichten in Krankenhäusern und Primärversorgungseinrichtungen gemeldet.
Die spanische Studie, die Teil des Strategischen Rahmens für die Krankenpflege 2025–2027 ist, betont die Notwendigkeit, die Arbeitsplatzsicherheit, die berufliche Anerkennung und die Arbeitsbedingungen als Schlüsselelemente zu verbessern, um das zu stoppen, was sie als Talentabwanderung beschreibt. Wenn dies nicht angegangen wird, warnen die Autoren, könnte der Trend die Nachhaltigkeit der europäischen Gesundheitssysteme insgesamt untergraben.
Vorerst plant jede sechste spanische Krankenschwester bereits, ihre Kasacks in den nächsten zwei Jahren an den Nagel zu hängen. Und in einem Krankenhaus in Ihrer Nähe – sei es in Madrid, Berlin oder London – könnte die Person, die Ihre Vitalwerte überprüfen sollte, bereits den Ausgang suchen.
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