Wall Street rutscht ab, als Alphabet-Schock Aktien, Krypto und Rohstoffe mitreißt

Ein starker Ausverkauf bei Googles Mutterkonzern beunruhigt die US-Märkte und zieht Aktien, Bitcoin und Edelmetalle nach unten, während neue Arbeitsmarktdaten Spekulationen über Zinssenkungen anheizen.

Traders monitor financial data on numerous screens on a bustling stock exchange floor.

Die US-Finanzmärkte erlitten am Donnerstag einen breiten Rückschlag, nachdem ein starker Kursrückgang bei Alphabet, Googles Mutterkonzern, eine Verkaufswelle ausgelöst hatte, die weit über Tech-Aktien hinausging. Aktien fielen stark, während Bitcoin, Gold und Silber ebenfalls zurückgingen, was unterstreicht, wie eng das Risikoempfinden über alle Anlageklassen hinweg miteinander verbunden ist.

Der S&P 500 fiel um rund 1,2 %, setzte damit eine Verlustserie fort, die auf sein jüngstes Rekordhoch folgte. Der Dow Jones Industrial Average sank um etwa 600 Punkte, während der Nasdaq noch stärker abrutschte, belastet durch Verluste bei großen Technologiewerten. Allein Alphabet verlor über 4 %, was es zum größten Belastungsfaktor für den Gesamtmarkt machte.

Der Ausverkauf erfolgte, obwohl Alphabet Quartalsgewinne über den Analystenerwartungen meldete. Stattdessen konzentrierten sich die Anleger auf den Investitionsausblick des Unternehmens. Das Management signalisierte, dass die Ausgaben für Ausrüstung und Infrastruktur in diesem Jahr auf rund 180 Milliarden Dollar steigen könnten – weit über den Marktprognosen. Das Ausmaß dieser Zusage beunruhigte Anleger, die ohnehin schon nervös wegen hoher Bewertungen und steigender Kapitalkosten im Technologiesektor waren.

Der Marktdruck verstärkte sich, als neue Daten auf potenzielle Risse im US-Arbeitsmarkt hindeuteten. Die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung stiegen letzte Woche stärker als erwartet, während separate Zahlen einen Anstieg der angekündigten Stellenstreichungen und einen Rückgang der verfügbaren Stellenangebote auf den niedrigsten Stand seit über fünf Jahren zeigten. Ökonomen warnen, dass einige der Zahlen kurzfristige Volatilität und nicht einen klaren Trend widerspiegeln könnten, aber zusammen waren sie ausreichend, um die Markterwartungen zu verschieben.

Die Anleihemärkte reagierten schnell. Die Renditen von Staatsanleihen fielen über die gesamte Kurve hinweg, da Händler ihre Wetten darauf erhöhten, dass die Federal Reserve gezwungen sein könnte, die Zinssätze früher zu senken, um das Wirtschaftswachstum zu stützen, auch wenn die Inflationsrisiken ungelöst bleiben. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Anleihe sank auf knapp über 4,2 %.

Die Turbulenzen waren bei Rohstoffen und digitalen Assets noch ausgeprägter. Silberpreise verzeichneten nach einer Phase schneller Gewinne einen zweistelligen Rückgang in einer weiteren dramatischen Bewegung, während Gold um mehr als 2 % fiel, da Anleger neu bewerteten, wie viel Schutz das Metall in Marktstresszeiten bieten kann. Beide Assets waren zuvor inmitten von Sorgen über politische Instabilität, Staatsverschuldung und teure Aktienmärkte stark gestiegen – Bedingungen, die oft sogenannte sichere Häfen begünstigen, bis sie es nicht mehr tun.

Auch Bitcoin fiel stark und sank deutlich unter die jüngsten Höchststände. Der Rückgang erfasste auch kryptobezogene Aktien, von denen viele schwere Verluste verzeichneten, als die Begeisterung für „digitales Gold“ zusammen mit traditionellen Absicherungen abkühlte.

Nicht alle Marktbereiche waren rot. Einige Unternehmen, die von fortgesetzten Investitionen in die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz profitieren sollten, verzeichneten Gewinne und trugen dazu bei, die breiteren Verluste zu begrenzen. Eine Handvoll Firmen stieg auch stark an, nachdem sie optimistische Gewinne und Prognosen veröffentlicht hatten – eine Erinnerung daran, dass individuelle Bilanzen auch bei marktweiten Rückgängen noch eine Rolle spielen.

Außerhalb der USA fielen auch die Aktienmärkte in Europa und Asien, was die globale Reichweite des Ausverkaufs widerspiegelt. Die wichtigsten Indizes in London, Paris und Frankfurt fielen, während die asiatischen Märkte noch stärkere Verluste verzeichneten, insbesondere in Südkorea, wo die Aktien von ihren jüngsten Höchstständen zurückgingen.

Im Moment scheinen Anleger zwischen konkurrierenden Kräften gefangen zu sein: Optimismus hinsichtlich Technologieausgaben und Innovation einerseits und wachsende Besorgnis über die Wirtschaftsdynamik, Beschäftigungstrends und die Nachhaltigkeit jüngster Marktrallyes andererseits. Die Bewegungen vom Donnerstag legen nahe, dass das Vertrauen, ähnlich wie die Preise, schnell die Richtung ändern kann.