Meta muss sich in New Mexico wegen angeblicher Versäumnisse beim Kinderschutz vor Gericht verantworten

Staatsanwälte werfen dem Tech-Riesen vor, sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen auf seinen Plattformen zuzulassen, während Meta behauptet, bestehende Schutzmaßnahmen würden ignoriert.

Smartphone displaying Meta apps with the Meta logo on a laptop screen in the background.

Meta steht im US-Bundesstaat New Mexico in einem vielbeachteten Gerichtsverfahren vor Gericht, in dem dem Unternehmen vorgeworfen wird, Kinder auf seinen Social-Media-Plattformen ernsthaften Schaden zuzufügen, einschließlich sexueller Ausbeutung und Missbrauch.

Der Fall, eingeleitet von New Mexicos Generalstaatsanwalt Raul Torrez, behauptet, dass Plattformen im Besitz von Meta – einschließlich Facebook, Instagram und WhatsApp – Umgebungen schaffen, die es ermöglichen, Minderjährige für sexuelle Anmache, Nötigung und Erpressung ins Visier zu nehmen. Die Staatsanwälte argumentieren, dass diese Online-Interaktionen zu Missbrauch in der realen Welt und in einigen Fällen zu Menschenhandel eskalieren können. Diese Behauptungen werden als Anschuldigungen dargestellt und sind noch nicht gerichtlich bewiesen worden.

Die Klage folgt auf verdeckte Ermittlungen, die das Büro des Generalstaatsanwalts im Jahr 2023 durchgeführt hat. Laut den Staatsanwälten ergab die Untersuchung, dass Meta es versäumt hat, illegale Aktivitäten unter Beteiligung von Minderjährigen angemessen zu verhindern, und weiterhin Inhalte und Verbindungen durch Algorithmen empfohlen hat, die angeblich das Engagement über den Kinderschutz stellten. Der Staat versucht, das Unternehmen rechtlich für das verantwortlich zu machen, was er als systemische Risiken in seinen Plattformen bezeichnet.

Meta hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und erklärt, massiv in Tools, Moderationssysteme und Richtlinien investiert zu haben, die dem Schutz junger Nutzer dienen. Das Unternehmen argumentiert, dass es schädliche Inhalte aktiv entfernt und mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitet. Meta hatte zuvor das Gericht gebeten, den Fall abzuweisen, unter Verweis auf den Schutz der freien Meinungsäußerung und Bundesgesetze, die die Haftung von Plattformen begrenzen, doch der Richter entschied, dass der Prozess fortgesetzt werden kann.

Der Fall in New Mexico ist eine von mehreren rechtlichen Herausforderungen, denen sich Meta im Jahr 2026 im Zusammenhang mit angeblichen Schäden für Minderjährige gegenübersieht. In Los Angeles läuft ein separater und vielbeachteter Rechtsstreit, in dem Familien und Schulbezirke Meta zusammen mit TikTok und YouTube verklagen. Dieser Fall argumentiert, dass die Plattformen absichtlich so konzipiert wurden, dass sie für Kinder süchtig machen und zu psychischen Problemen beitragen – Behauptungen, die die beteiligten Unternehmen bestreiten.

Über die Vereinigten Staaten hinaus ist Meta weltweit weiterhin regulatorischem und rechtlichem Druck ausgesetzt. Das Unternehmen wurde in Russland seit 2022 als extremistische Organisation eingestuft und wurde von europäischen Behörden mit hohen Kartellstrafen belegt, zusätzlich zu laufenden Ermittlungen im Zusammenhang mit Datenschutz, Urheberrecht und digitalen Werbepraktiken.

Der Prozess findet auch inmitten eines breiteren globalen Bestrebens statt, die Regeln für den Zugang von Kindern zu sozialen Medien zu verschärfen. Mehrere Regierungen haben Schritte unternommen, um die Nutzung sozialer Medien durch Minderjährige einzuschränken oder zu verbieten, wobei Australien den Zugang für unter 16-Jährige bereits untersagt hat und Länder wie Dänemark, Frankreich, Spanien und Italien ähnliche Vorschläge vorantreiben.

Mit Beginn des Schwurgerichtsverfahrens könnte das Ergebnis einen wichtigen Präzedenzfall dafür schaffen, wie weit Regierungen gehen können, um Social-Media-Unternehmen für die Sicherheit jüngerer Nutzer zur Rechenschaft zu ziehen – und ob algorithmische Designentscheidungen rechtliche Konsequenzen haben können.