Xi forciert globale Rolle des Yuan, während China den Status als Finanzmacht anstrebt

Peking will, dass seine Währung über die reine Handelsnutzung hinausgeht und die Dominanz des Dollars bei den Reserven herausfordert, während die globalen monetären Spannungen zunehmen.

Multiple red 100 Chinese Yuan banknotes are spread out, featuring Mao Zedong's portrait prominently.

Chinas Führung schärft ihr Ziel, den Yuan von einer weit verbreiteten Handelswährung zu einer vollwertigen globalen Reservewährung zu erheben, ein Schritt, den Präsident Xi Jinping als zentral für die langfristige Finanzstrategie des Landes bezeichnet hat.

In einem am Wochenende im Parteiorgan Qiushi veröffentlichten Grundsatzartikel argumentierte Xi, dass China ohne eine Währung, die im globalen Handel, bei Investitionen und auf den Devisenmärkten weit verbreitet ist – und letztlich von Zentralbanken als Reserveanlage gehalten wird – keine wahre Finanzgroßmacht werden kann. Er betonte auch die Notwendigkeit einer stärkeren und einflussreicheren Zentralbank zur Unterstützung dieses Ziels.

Der Yuan hat seine internationale Präsenz in den letzten Jahren bereits ausgebaut, insbesondere seit Anfang 2022, als Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine traditionelle Zahlungskanäle störten. Infolgedessen begannen mehr Länder, den Handel in nationalen Währungen abzuwickeln, wodurch der Yuan nach dem US-Dollar zur zweithäufigst verwendeten Währung im Handelsfinanzwesen aufstieg. Seine Präsenz in den offiziellen Reserven bleibt jedoch bescheiden.

Nach den neuesten Daten des Internationalen Währungsfonds machte der Dollar im dritten Quartal 2025 immer noch etwa 57 % der weltweiten Devisenreserven aus. Der Euro hielt etwa 20 %, während der Yuan knapp unter 2 % lag. Diese Lücke verdeutlicht, wie weit Peking noch gehen muss, wenn es die globale Währungshierarchie neu gestalten will.

Chinesische Entscheidungsträger haben die Risiken einer zu starken Abhängigkeit vom dollar-dominierten System zunehmend anerkannt. Letzten Sommer warnte Zentralbankgouverneur Pan Gongsheng vor einer übermäßigen Abhängigkeit von einer einzigen Währung und deutete an, dass sich das globale Währungssystem zu einem entwickeln könnte, in dem mehrere souveräne Währungen koexistieren und sich gegenseitig ausgleichen.

Bedenken hinsichtlich der Beständigkeit der Dollar-Dominanz beschränken sich nicht länger auf Peking. Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin warnte letzte Woche, dass die Rolle des Dollars als primäre Weltreservewährung bereits 2026 unter Druck geraten könnte, unter Verweis auf Finanzierungsengpässe, geopolitische Schocks und die zunehmende Politisierung der Finanzsysteme. Diese Bemerkungen folgten einem starken Rückgang des Bloomberg Dollar Spot Index, nachdem US-Präsident Donald Trump umfassende neue Zölle angekündigt hatte.

Trump hat Bedenken hinsichtlich der Dollarschwäche heruntergespielt und argumentiert, dass die Währung stark bleibe und sich frei anpassen dürfe. Dennoch hat die Kombination aus Handelsspannungen, Sanktionen und sich verschiebenden Allianzen die Debatte darüber neu entfacht, ob die globale Finanzordnung langsam fragmentiert wird.

Russland bietet einen Einblick, wie sich diese Verschiebungen in der Praxis auswirken können. Im November erklärte Moskaus Finanzminister, dass bereits über 99 % des Handels zwischen Russland und China in Rubel und Yuan abgewickelt würden, hauptsächlich um die Abhängigkeit von westlichen Finanzinstitutionen zu verringern.

Für China wäre die Ausweitung der Rolle des Yuan bei den Reserven ein viel größerer Sprung als die Steigerung seiner Nutzung im bilateralen Handel. Dies würde tiefere Finanzmärkte, größere Transparenz und ein breiteres internationales Vertrauen erfordern – Hürden, die weiterhin erheblich sind. Dennoch deutet Xis erneuter Vorstoß darauf hin, dass Peking die aktuelle Periode globaler Unsicherheit nicht als ein still zu bewältigendes Risiko betrachtet, sondern als eine Gelegenheit, seinen Fall für eine multipolarere monetäre Welt voranzutreiben.