Ronaldo bei der Weltmeisterschaft sehen? Hoffentlich haben Sie 2.500 Dollar übrig

Ein Gruppenspielticket für Portugal gegen Kolumbien kostet jetzt mehr als ein Super Bowl-Platz. Angebot, Nachfrage und eine alternde Fußball-Ikone machen die Rechnung auf.

Seinen Helden spielen zu sehen, ist eine Sache. Eine zweite Hypothek aufzunehmen, um dies zu tun, eine andere. Für Fans, die hoffen, Cristiano Ronaldos letzten Weltmeisterschaftsauftritt zu erleben, beginnt Letzteres beunruhigend realistisch auszusehen.

Das Spiel zwischen Portugal und Kolumbien am 27. Juni bei der Weltmeisterschaft 2026 ist zu einem Phänomen abseits des Spielfelds geworden. Genauer gesagt, zu einem sehr teuren Phänomen. Die Erwartung rund um Ronaldos potenziellen letzten Tanz hat die Preise der günstigsten Tickets so explodieren lassen, dass ein Ölmanager erröten würde.

Laut The New York Times, unter Berufung auf Daten von TicketData, kostete ein günstigstes Ticket für das Spiel im Hard Rock Stadium in Miami Gardens, Florida, im Dezember letzten Jahres – noch bevor die Gruppenauslosung bekannt war – unter 400 Dollar (ungefähr 340 Euro). Dann gab die FIFA die Paarung bekannt: Portugal gegen Kolumbien. Weniger als eine Stunde später schnellten die günstigsten Tickets auf über 2.000 Dollar (etwa 1.700 Euro).

Und jetzt? Die günstigsten Wiederverkaufstickets liegen im Durchschnitt bei etwa 2.500 Dollar, was über 2.120 Euro entspricht, laut Zahlen von TicketData, die vom Wall Street Journal berichtet wurden. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Wiederverkaufspreis für ein Super Bowl-Ticket in der letzten Saison betrug 2.109 Dollar. Ein Weltmeisterschafts-Gruppenspiel übertrifft nun preislich das größte Event im American Football.

Dieses Spiel ist bereits das teuerste Gruppenspiel, ausgenommen Spiele mit Beteiligung der drei Gastgebernationen. Das Einzige, was noch teurer ist? Das Finale selbst, wo Wiederverkaufstickets bei 8.400 Dollar pro Stück beginnen (rund 7.130 Euro).

Warum verlieren also alle den Verstand wegen dieses speziellen Gruppenspiels? Dafür gibt es ein paar Gründe.

Erstens, Ronaldo. Sollte Portugal sich nicht für die nächste Runde qualifizieren, könnte das Aufeinandertreffen mit Kolumbien – bekannt als „Los Cafeteros“ – die letzte Gelegenheit sein, den portugiesischen Star in den Farben seiner Nationalmannschaft spielen zu sehen. Das ist ein starker emotionaler Anreiz für Fans mit tiefen Taschen.

Zweitens, beide Teams sind gut. Portugal und Kolumbien sind in den Top 15 der FIFA-Weltrangliste, was dieses Spiel zu einem von nur vier Spielen in der ersten Runde zwischen zwei Nationen dieser Elite-Kohorte macht. Neutrale Fans mit Geld zum Verbrennen nehmen dies zur Kenntnis.

Drittens, der Standort spielt eine Rolle. Florida ist die Heimat einer kolumbianischen Gemeinschaft von fast 500.000 Menschen. Das sind viele potenzielle Ticketkäufer mit einer direkten emotionalen Verbindung zu einem der Teams.

Portugals Gruppenspielplan sieht wie folgt aus: Sie eröffnen gegen die Demokratische Republik Kongo im NRG Stadium in Houston, dann treffen sie am selben Ort auf Usbekistan, bevor sie gegen Kolumbien im Hard Rock Stadium in Miami abschließen. Wenn Ronaldo nach diesem dritten Spiel Abschied nimmt, werden die Leute, die diese 2.500-Dollar-Tickets besitzen, es als gut angelegtes Geld betrachten. Alle anderen müssen dann einfach im Fernsehen zuschauen.