Brüssel will Kinder von sozialen Medien fernhalten, ein Verbot könnte diesen Sommer kommen

Ursula von der Leyen sagt, die EU könnte eine blockweite Altersbeschränkung vorschlagen, während Frankreich, Spanien, Griechenland und Dänemark die Führung übernehmen.

Die Europäische Kommission nimmt es ernst, Kinder von sozialen Medien fernzuhalten. Und es könnte schneller geschehen, als jeder erwartet hatte.

Präsidentin Ursula von der Leyen sagte am Dienstag, dass die EU bereits diesen Sommer ein blockweites Social-Media-Verbot für Minderjährige vorschlagen könnte. Die Ankündigung erfolgte inmitten wachsenden Drucks von Mitgliedstaaten, den Online-Schutz für Kinder zu stärken. Frankreich, Spanien, Griechenland und Dänemark haben die Forderungen nach Maßnahmen angeführt, um Minderjährige vor dem zu schützen, was Regierungen als süchtig machende Online-Plattformen bezeichnen.

Auf dem Europäischen Gipfel für Künstliche Intelligenz und Kinder in Kopenhagen sagte von der Leyen den Delegierten, dass die Technologie mit rasender Geschwindigkeit voranschreitet und jeden Winkel von Kindheit und Jugend durchdringt. Mehrere EU-Länder verfolgen bereits eigene nationale Gesetzgebungen, aber Brüssel sah sich unter Druck gesetzt, einen harmonisierten Ansatz im gesamten Binnenmarkt beizubehalten.

Um die Angelegenheit zu steuern, hat die Kommission ein unabhängiges Expertengremium für Online-Kindersicherheit eingerichtet. Das Gremium prüft mögliche Maßnahmen zur Bewältigung von Problemen wie Sucht und sozialer Angst bei Minderjährigen. Von der Leyen sagte, dass sie, ohne den Ergebnissen des Gremiums vorzugreifen, glaubt, dass die EU eine Verzögerung bei sozialen Medien in Betracht ziehen muss. Abhängig von den Ergebnissen könnte Brüssel diesen Sommer einen Gesetzesvorschlag vorlegen.

Der Zeitplan würde es der EU ermöglichen, der neuen französischen Gesetzgebung, die voraussichtlich im September in Kraft treten wird, zuvorzukommen. Dieses französische Gesetz würde Plattformen wie Instagram und TikTok dazu verpflichten, Nutzer unter 15 Jahren zu blockieren und bestehende Konten zu sperren.

Eines der größten technischen Probleme für die EU war die Suche nach einer gemeinsamen Lösung für die Altersverifikation. Von den Plattformen würde erwartet, dass sie das System nutzen, um sicherzustellen, dass nur Nutzer über einem bestimmten Alter auf ihre Dienste zugreifen können. Von der Leyen sagte, dass Diskussionen über ein Mindestalter für soziale Medien nicht länger ignoriert werden können, und sie verwies auf eine EU-Altersverifikations-App, die dem EU Digital COVID Certificate System des Blocks nachempfunden ist.

Obwohl die Kommission die App den Mitgliedstaaten offiziell empfohlen hat, haben mehrere Regierungen vorsichtig reagiert. Cybersicherheitsexperten haben auch Bedenken hinsichtlich potenzieller technischer Schwachstellen geäußert.

Die EU ist mit diesem Vorstoß nicht allein. Australien und Indonesien haben bereits ähnliche Maßnahmen eingeführt, um die Nutzung sozialer Medien durch Kinder einzuschränken.

Unterdessen hat Brüssel Plattformen wie Instagram und Snapchat im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste unter die Lupe genommen, da Bedenken bestehen, dass sie Minderjährige nicht ausreichend geschützt haben. Der Block erwägt auch, bestimmte süchtig machende Designmerkmale im Rahmen des vorgeschlagenen Gesetzes zur digitalen Fairness zu verbieten.

Von der Leyen schloss mit einer dringenden Bemerkung und sagte, dass nachhaltige Veränderungen nicht über Nacht geschehen, aber wenn die EU langsam und zögerlich ist, wird eine weitere ganze Generation von Kindern den Preis dafür zahlen.

Ob der Vorschlag diesen Sommer landet oder in technischen und politischen Verhandlungen stecken bleibt, bleibt abzuwarten. Aber die Botschaft aus Brüssel ist klar: Die Ära, in der Minderjährige frei in sozialen Medien herumlaufen konnten, könnte zu Ende gehen.

Geschrieben von Christiane Hofreiter