
Qingdao: Die Schwergewichte dominieren
Fünf Goldmedaillen, eine Bronze zu Hause und die übliche Parade von Offiziellen auf dem Podium.

Qingdao sparte seinen lautesten Applaus für das Ende auf. Am letzten Tag des Grand Prix lieferten die Schwergewichtskategorien die Art von sauberen, rücksichtslosen Abschlüssen, die Judo weniger wie einen Sport als vielmehr wie ein sehr effizientes Argument erscheinen lassen. Fünf Finals, fünf Sieger und kaum Raum für Zögern.
Yahor Varapayeu eröffnete die Sequenz in der Klasse bis 90 kg, indem er Guilherme Schmidt mit einem Yuko besiegte, nachdem er in den Vorrunden Schwung aufgenommen hatte. Anna Monta Olek folgte in der Klasse bis 78 kg, wo die Weltranglistenerste ihre vierte Grand-Prix-Goldmedaille mit einem Waza-ari gegen Mizuki Sugimura holte. So sollte ein Spitzenranking aussehen: kein Drama, keine Improvisation, einfach die Medaille, die dorthin geht, wo sie erwartet wurde.
Das Männerfinale bis 100 kg brachte Adam Sangariev seine erste Grand-Prix-Goldmedaille. Er hatte bereits früher am Tag stark ausgesehen und besiegte dann Giovani Ferreira mit einem Ippon, der wenig Raum für Diskussionen ließ. Elis Startseva tat dasselbe im Finale der Klasse über 78 kg und sicherte sich Gold mit einem Halte-Ippon gegen Lea Fontaine. Tamerlan Bashaev beendete die Show in der Klasse über 100 kg, indem er Hyoga Ota mit einem gewaltigen Ippon warf und seine erste Goldmedaille seit fast drei Jahren holte.
Die Internationale Judo-Föderation, die nie um einen zeremoniellen Auftritt verlegen ist, überreichte die Medaillen in einer kleinen Prozession ihrer eigenen Offiziellen und Gäste. Louisa Agius Galea, Dr. Chafik El Kettani, Nicolas Messner, Bian Qingfeng und Evgeny Rakhlin traten alle in dieser Rolle auf, denn selbst der Sport besteht heute auf einer unterstützenden Besetzung von institutionellen Vertretern. Die Medaillen gingen jedoch immer noch an die Athleten, was auf bescheidene, altmodische Weise beruhigend ist.
Chinas Heimpublikum hatte zumindest einen Grund, voll dabei zu bleiben. Fuchun Huang gewann Bronze in der Klasse bis 100 kg, ein netter lokaler Trost, als drei Tage Elite-Judo zu Ende gingen. Das größere Bild war einfacher: Der letzte Tag gehörte den Schwergewichten, und sie entschieden die Angelegenheiten mit einer Endgültigkeit, die wenig Raum für Komitees, Slogans oder nachträgliche Gedanken lässt.
Verfasst von Thorben Thiede thorben.thiede@alpineweekly.com




