Anerkennung durch Kollegen in einer Milliarden-Pfund-Industrie: Fernandes und Shaw erhalten höchste PFA-Auszeichnungen

Die Abstimmung in der Umkleidekabine bleibt die pragmatischste Bewertung individueller Verdienste im Fußball.

Peer Approval in a Billion-Pound Industry: Fernandes and Shaw Claim Top PFA Honors

Der Profifußball hat die Kunst der Selbstbeweihräucherung längst perfektioniert, doch die von Kollegen vergebenen Auszeichnungen haben etwas überraschend Ehrliches an sich. Wenn Spieler ihre Stimmen für Kollegen abgeben, die ihnen regelmäßig die Wochenenden verderben, weichen die Stammesrivalitäten kurzzeitig der reinen Marktbewertung. Die jüngste Verleihung der Professional Footballers’ Association Awards bildete da keine Ausnahme und hob individuelle Handwerkskunst über Corporate Branding.

An der Spitze der diesjährigen Abstimmung steht Bruno Fernandes. Der Kapitän von Manchester United sicherte sich die Trophäe des Herren-Spielers des Jahres nach einer Saison, die von schierer kreativer Leistung geprägt war. Mit 21 Assists in einer einzigen Saison stellte der 31-jährige portugiesische Spielmacher einen neuen Premier-League-Rekord auf und übertraf damit die langjährigen Rekorde von Thierry Henry und Kevin De Bruyne. Neben seinen Vorlagen erzielte Fernandes neun Tore und führte eine im Umbruch befindliche United-Mannschaft effektiv durch frühe Turbulenzen zu einem dritten Platz und der Rückkehr in die Champions League unter Michael Carrick. Nachdem er bereits im Mai die Auszeichnung der Football Writers’ Association erhalten hatte, würdigte Fernandes den subtilen Triumph, den Respekt genau jener Verteidiger zu gewinnen, die er regelmäßig auseinander nimmt.

Wenn Fernandes die individuelle Brillanz verkörpert, die einem Verein im Umbruch als Rettungsanker dient, so steht Khadija Shaw für die tödliche Effizienz eines dominierenden Systems. Die Stürmerin von Manchester City erhielt die Auszeichnung zur Spielerin des Jahres zum zweiten Mal, unterstützt durch eine 21-Tore-Saison, die ihr den dritten Goldenen Schuh in Folge sicherte und Citys ersten Women’s Super League-Titel seit einem Jahrzehnt bescherte.

Citys interne Leistungsgesellschaft wurde ferner in der Kategorie „Nachwuchsspieler des Jahres (Herren)“ gewürdigt, die an Nico O’Reilly verliehen wurde. Der 21-jährige Mittelfeldspieler krönte ein Durchbruchjahr mit zwei Toren beim Ligapokal-Finalsieg gegen Arsenal, einem FA-Cup-Triumph und Länderspieleinsätzen bei der Weltmeisterschaft. O’Reilly drückte seinen immensen Stolz darüber aus, individuelle Chancen in Trophäen auf nationaler und internationaler Ebene umgewandelt zu haben.

Die Zusammensetzung des PFA-Teams des Jahres veranschaulicht, wie die Kollegenbewertung die Teamhierarchie mit individuellen Verdiensten in Einklang bringt. Meister Arsenal stellte fünf Spieler – David Raya, Gabriel, William Saliba, Jurrien Timber und Declan Rice – was bestätigt, dass defensive Konstanz unter Kollegen einen echten Stellenwert besitzt. City ergänzte Erling Haaland, Rayan Cherki und Antoine Semenyo neben O’Reilly, während Brentfords Igor Thiago neben Fernandes eine wohlverdiente Nennung erhielt. In einem Geschäft, das oft von Public Relations geblendet wird, bleibt die Kollegenabstimmung eine unerwartet rationale Prüfung von Spitzenleistungen.

Verfasst von Thomas Nussbaumer thomas.nussbaumer@alpineweekly.com