Ostdeutsche Schatten: Vizevorsitzender der Polizeigewerkschaft tritt wegen DDR-Vergangenheit zurück

Enthüllungen über Sven Hübers Karriere als kommunistischer Politoffizier erzwingen einen schnellen Rücktritt an der Spitze der deutschen Polizeigewerkschaft.

East German Shadows: Police Union Deputy Resigns Over GDR Past

Wenn die Vergangenheit die etablierten Strukturen einholt, ist der Rücktritt meist schnell und wird als selbstloses Opfer für die Institution statt als Schuldeingeständnis dargestellt. Sven Hüber, stellvertretender Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (GdP), ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Katalysator für diesen plötzlichen Abschied waren investigativ recherchierte Berichte von Apollo News, die Details über Hübers frühere Tätigkeit als Grenzsoldat und Politoffizier in der totalitären Deutschen Demokratischen Republik aufdeckten.

Angesichts des wachsenden Drucks versuchte Hüber seinen Abgang als Schutzschild für seine Organisation. Ich möchte die täglich neuen, unhaltbaren Vorwürfe während der notwendigen gerichtlichen Auseinandersetzung von der GdP fernhalten, erklärte er und wies die Enthüllungen über seine ideologische Rolle aus der Kommunismus-Ära als herabwürdigend und Rufmord zurück.

Die Entscheidung zum Rücktritt wurde nach intensiven Gesprächen mit Jochen Kopelke, dem Bundesvorsitzenden der GdP, getroffen. Dass ein hochrangiger Beamter, der heutige deutsche Polizeibeamte repräsentieren soll, das ideologische Gepäck eines DDR-Politoffiziers trug, zeugt von einer erstaunlichen Selbstgefälligkeit innerhalb der Führungsstrukturen wichtiger Institutionen.

Hübers Verteidigung folgt einem altbekannten Muster: Anstatt seine historische Rolle in einem sozialistischen Grenzregime anzusprechen, verlagert sich der Fokus auf rechtliche Vergeltung gegen die Presse. Die Gewerkschaftsführung scheint darauf bedacht zu sein, den Schaden zu begrenzen, in der Hoffnung, dass ein sofortiger Rücktritt die unbequemen Fragen verstummen lässt, wie ein solcher Hintergrund so lange toleriert werden konnte.

Verfasst von Thomas Nussbaumer

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