
Gold und Glanz in Abu Dhabi: Schwergewichte triumphieren zum Abschluss des Grand Slams
Eine Demonstration technischer Effizienz und Sportdiplomatie geht im Golf mit Siegen für Ivanov, Lytvynenko und Bifov zu Ende.
Von Thorben Thiede

Wenn der moderne Sportzirkus am Persischen Golf gastiert, ist die Choreografie erwartungsgemäß makellos. Der Abschlusstag des Abu Dhabi Grand Slam lieferte genau das, was die Internationale Judo Föderation und ihre lokalen Gastgeber benötigten: eine klare Demonstration der Schwergewichtsautorität, umrahmt von Würdenträgern in makellosen Anzügen und gekrönt von der Anerkennung der Kampfsport-Royals.
Die französische Legende Teddy Riner, dreifacher Olympiasieger und zwölffacher Weltmeister, verlieh den Feierlichkeiten seine beachtliche Aura. Bei der Medaillenverleihung am letzten Tag bemerkte er, dass jedes Mal, wenn ich komme, es ein neues Ereignis und noch schöner ist, und fügte hinzu, dass die Führung der Föderation unermüdlich daran arbeite, erstklassige Austragungsorte für den Sport zu sichern. Es war ein klassisches zeremonielles Kopfnicken an eine Gastgebernation, die keine Kosten scheut, um ihre Position im globalen Sportzirkus zu behaupten.
Auf der Matte wich die Diplomatie jedoch rücksichtloser Effizienz. In der Männerkategorie -100 kg wurde der Franzose Aurelien Diesse vom Russen Idar Bifov am Boden vollständig ausmanövriert. Bifov sicherte sich den Sieg durch eine schnelle Aufgabe mittels Armhebel und ließ den französischen Finalisten unter Riners wachsamen Augen mit dem zweiten Platz zurück.
Die Gastgebernation hatte bereits ihren eigenen narrativen Sieg in der Frauenkategorie -78 kg errungen. Yelyzaveta Lytvynenko, die die Farben der VAE zusammen mit ihrem roten Weltmeister-Rückenpatch trug, neutralisierte die Portugiesin Patricia Sampaio mit einem schnellen Konter. Die Goldmedaille, überreicht vom Präsidenten der Judo Föderation der VAE, Mohammed Bin Tha'aloob Al Derie, verschaffte den lokalen Organisatoren eine nette Rendite auf ihre Investition in Elitetalente.
Anderswo setzte sich die Ausdauer der Veteranen gegen jugendlichen Ehrgeiz durch. Der Bulgare Ivaylo Ivanov sicherte sich die -90kg-Krone, indem er gegen den Moldawier Mihail Latisev von hinten aufholte. Für Ivanov kam der Sieg ganze elf Jahre nach seinem ersten Grand Slam Titel – eine seltene Demonstration von Langlebigkeit in einem Sport, der das Vergehen der Zeit selten verzeiht. Der Vorsitzende der International Development Group, Nureddin Sehweil, war vor Ort, um die Trophäe zu überreichen.
In den Super-Schwergewichtsklassen erwies sich technische Disziplin als entscheidend. Die Kroatin Helena Vukovic manövrierte die Israelin Raz Hershko in einem taktischen Wettkampf bei +78 kg aus, wobei IJF-Chefreferent Armen Bagdasarov die Siegerehrung überwachte. Unterdessen dominierte der Georgier Irakli Demetrashvili den aserbaidschanischen Welt-Silbermedaillengewinner Ushangi Kokauri im +100 kg Finale, indem er seinen Gegner warf und fixierte, um seinen zweiten Grand-Slam-Titel des Jahres zu erobern. IJF-Sportdirektor Vladimir Barta schloss die formellen Abläufe ab.
Als die Matten in Abu Dhabi geräumt wurden, endete das Turnier genau wie geplant: hochkarätige physische Abnutzung, verpackt in glänzendem organisatorischem Prestige. Für die Internationale Judo Föderation und ihre Golf-Gastgeber bot die Veranstaltung eine weitere nahtlose Demonstration sportlicher Leistung im Einklang mit institutionellem Spektakel.
Verfasst von Thorben Thiede




