Wenn Babyglück zur Kündigung führt

Eine neue Studie zeigt, dass eine überraschend hohe Anzahl Mütter mit postpartaler Depression ihren Job in der Schweiz kündigen, was die Unternehmenskultur und den wirtschaftlichen Sinn infrage stellt.

When Baby Bliss Turns into a Pink Slip

In einem Land, das sich auf Präzision, soziale Stabilität und ein robustes soziales Netz verlassen kann, fallen manche Dinge immer noch durch die Maschen. Der Übergang zur Mutterschaft scheint einer davon zu sein. Die Zeit nach der Geburt, oft in Pastelltönen gemalt, kann für viele Frauen nicht zum elterlichen Glück, sondern zur Arbeitslosigkeit führen. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass postpartale Depression eine erstaunliche Anzahl von Frauen stillschweigend aus dem Schweizer Arbeitsmarkt drängt.

Die Ergebnisse, aus einer Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule Ost und dem Verein Periparto, sollten jeden Manager innehalten lassen. Basierend auf einer Umfrage unter 300 Personen zeigt die Studie, dass fast ein Viertel der Mütter, die unter der Erkrankung leiden, ihre Stelle kündigen. Weitere acht Prozent werden entlassen.

Diese Zahlen sind besonders frappierend, wenn man bedenkt, dass das Schweizer Recht neue Mütter während der Schwangerschaft und in den ersten 16 Wochen nach der Geburt vor Kündigung schützt. Offensichtlich ist der rechtliche Rahmen nicht die ganze Wahrheit. Entweder ist der Schutz zu kurz, oder die Arbeitsplatzkultur, die Mütter bei ihrer Rückkehr erwartet, ist unhaltbar.

Postpartale Depression ist keine Nischenkrankheit oder ein Zeichen persönlichen Versagens; sie ist eine anerkannte medizinische Erkrankung, die 15 bis 20 Prozent der Mütter und eine nicht unerhebliche Anzahl von Vätern betrifft. Ihre Symptome sind schwächend, von schwerer Angst und Schlafstörungen bis hin zu tiefer Traurigkeit. Entscheidend ist, dass sie mit Therapie und Medikamenten behandelbar ist. Die Tatsache, dass sie im Arbeitsplatzverlust gipfelt, deutet auf ein Versagen nicht des Individuums hin, sondern des Unternehmensumfelds, eine vorübergehende und beherrschbare Gesundheitskrise zu bewältigen.

Als Reaktion darauf entwickelten die Forscher nach Workshops mit Unternehmen eine Reihe von Empfehlungen. Diese Vorschläge sind nicht revolutionär. Sie umfassen die Schulung von Personal und Managern, um das Problem zu erkennen, die Förderung offener Kommunikation, die Definition klarer interner Verantwortlichkeiten und das Anbieten flexibler Vereinbarungen wie eine gestaffelte Rückkehr zur Arbeit. Man könnte verzeihen, wenn man denkt, dies seien einfach Grundsätze kompetenten, modernen Managements und keine spezialisierte Antwort auf eine spezifische Erkrankung.

Der vorhersehbare Einwand einiger Unternehmen sind die Kosten. Andrea Borzatta von Periparto entkräftet dieses Argument mit kalter Logik und weist darauf hin, dass die Prävention eines psychischen Gesundheitsproblems rund um die Geburt bemerkenswert effizient ist. Die betroffenen Mitarbeiter befinden sich oft in ihren besten Berufsjahren und bekleiden verantwortungsvolle Positionen. Ist es wirklich kostengünstiger, geschultes, erfahrenes Personal zu verlieren, als bescheidene, unterstützende Maßnahmen zu ergreifen?

Das hohe Interesse der Unternehmen an den Workshops deutet darauf hin, dass viele beginnen, diese wirtschaftliche Realität zu erfassen. Ob dieses Interesse jedoch zu einem echten Kulturwandel führt oder einfach nur zu weiteren gut gemeinten Broschüren im Pausenraum, ist eine ganz andere Frage.

Geschrieben von Sandy van Dongen

sandy.vandongen@alpineweekly.com