
Tausende starten 100-Kilometer-Friedensmarsch zum Gedenken an die Opfer von Srebrenica
Über 6.500 Teilnehmer haben eine dreitägige Wanderung von Nezuk nach Potočari angetreten und dabei die Route der Überlebenden von 1995 nachvollzogen.

Mehr als 6.500 Personen haben sich auf einen dreitägigen Marsch durch Bosnien und Herzegowina begeben, um der Opfer des Völkermords von Srebrenica zu gedenken. Die Veranstaltung, die eine Strecke von einhundert Kilometern umfasst, zeichnet den Weg der Überlebenden nach, die tagelang zu Fuß unterwegs waren, um den Massakern von 1995 zu entkommen. Die Teilnehmer haben sich versammelt, um die Route zu gehen, und begehen damit zum zweiundzwanzigsten Mal dieses Gedenkereignis, seit die Morde am elften Juli stattfanden.
Die Prozession beginnt in der Nähe des Dorfes Nezuk im Kanton Tuzla. Von dort aus bahnt sich die Menge im Laufe von drei Tagen ihren Weg durch die Landschaft. Die Teilnehmer sind nicht nur lokale Bewohner; der Marsch hat Menschen aus ganz Bosnien, Herzegowina und verschiedenen internationalen Orten angezogen. Sie gehen gemeinsam zu einem ganz bestimmten Ziel: dem Dorf Potočari, das in der Nähe von Srebrenica liegt. Diese letzte Station ist der Standort der Gedenkstätte und des Friedhofs, der den Opfern des Völkermords gewidmet ist.
Die Organisation eines mehrtägigen Marsches für Tausende von Menschen erfordert einen strukturierten Ansatz für die Grundbedürfnisse. Die Route ist darauf ausgelegt, das große Teilnehmeraufkommen über die gesamte dreitägige Dauer zu versorgen. Den Reisenden werden wesentliche Vorräte zur Verfügung gestellt, einschließlich regelmäßiger Verteilungen von Lebensmitteln und Trinkwasser. Medizinische Hilfe steht ebenfalls zur Verfügung, um jedem zu helfen, der mit den körperlichen Anforderungen der hundert Kilometer langen Wanderung zu kämpfen hat. Wenn der Marsch für den Tag endet, werden die Teilnehmer in dafür vorgesehenen Übernachtungscamps entlang des Weges untergebracht.
Neben der physischen Logistik der Bewegung einer so großen Menschengruppe beinhaltet die Veranstaltung ein ausgeprägtes Bildungselement. Die Teilnehmer erhalten Geschichtsunterricht entlang der Route, um sicherzustellen, dass die faktischen Details des Völkermords von 1995 denjenigen vermittelt werden, die den Weg gehen. Der Marsch ist als physische Nachstellung einer verzweifelten Flucht ums Überleben konzipiert. Indem sie dasselbe Gelände begehen, das Überlebende vor Jahrzehnten durchquerten, halten die Teilnehmer die Erinnerung an die Opfer lebendig. Die Reise endet an der Gedenkstätte Potočari und schließt eine feierliche Übung der historischen Erinnerung ab.
Geschrieben von Martina Kirchner martina.kirchner@alpineweekly.com
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