
Die griechische Hölle: Eine vorhersehbare Tragödie fordert einen tödlichen Tribut
Sturmwind und ein überlasteter Staatsapparat fordern drei Todesopfer unter Feuerwehrleuten und Tausende Evakuierte in Rethymno.

Der mediterrane Sommer ist längst nicht mehr nur eine Postkarte mit azurblauem Wasser und antiken Ruinen. Er wird jetzt vorhersehbar durch das Dröhnen von Löschflugzeugen und den scharfen Geruch von brennendem Gestrüpp unterbrochen. Am Mittwoch forderte dieser wiederkehrende saisonale Kampf das Leben von drei Feuerwehrleuten in der Nähe von Rethymno und legte die brutale Realität des jährlichen griechischen Kampfes gegen die Flammen offen.
Der tödliche Vorfall ereignete sich, als die Rettungsdienste einem sich schnell ausbreitenden Brand gegenüberstanden, der durch Winde der Stärke 7 auf der Beaufortskala angefacht wurde. Der griechische Feuerwehrdienst bestätigte die Todesfälle und gab eine offizielle Erklärung heraus, in der er festhielt, dass sie heldenhaft im Dienst gefallen sind, um das Leben und Eigentum der Bürger sowie die natürliche Umwelt zu schützen. Die Leitung der Behörde drückt außerdem ihr tiefstes Beileid und ihre aufrichtige Anteilnahme an die Familien und Angehörigen der Verstorbenen aus. Solche offiziellen Trauerbekundungen, so notwendig sie auch sind, können die erheblichen operationellen Belastungen des Staatsapparats kaum verschleiern. Ein Kontingent von 156 Feuerwehrleuten, unterstützt von 33 Löschfahrzeugen, vier Hubschraubern und vier Flugzeugen, versucht derzeit, die Katastrophe einzudämmen. Sie verlassen sich auf lokale kommunale Ressourcen, einschließlich schwerer Maschinen und Wassertanker aus Agios Vasileios, um ihre überforderten Linien zu verstärken.
Die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen sind bereits entlang der Küste sichtbar. Agia Galini, ein Zentrum für ausländische Besucher, wurde nach einer Notrufmeldung (112) massenhaft evakuriert. Etwa 2.000 Touristen wurden in Richtung Tympaki geleitet. Michalis Christoforakis, Vertreter des Hotelierverbandes von Rethymno, gab an, dass die Evakuierung ohne Panik verlief, noch bevor die Flammen von der Siedlung aus sichtbar waren. Der lokale Gastgewerbesektor bemüht sich nun, die Verfügbarkeit von Unterkünften für vertriebene Gäste zu prüfen. Die Störung reicht weit über eine einzelne Stadt hinaus, da die Behörden eine Reihe von Siedlungen, darunter Krya Vrysi, Saktouria, Melampes, Agios Georgios, Agios Pavlos und Triopetra, geräumt haben.
Das schiere Ausmaß des Notstands hat eine Ad-hoc-Allianz staatlicher und privater Akteure erzwungen. Vor der Küste von Agios Pavlos mussten Küstenwachboote und private Schiffe 29 Personen aus dem Meer retten, eine drastische Veranschaulichung des chaotischen Rückzugs, der durch die vorrückende Feuerfront erzwungen wurde. Die lokale Verwaltung in Agios Vasileios hat sich im Wesentlichen ganz auf das Krisenmanagement konzentriert und alle kulturellen Veranstaltungen abgesagt. Evangelia Glampedaki, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde, beschrieb die Situation vor Ort als völlig unkontrollierbar. Unterdessen hat die Brandermittlungseinheit Rethymno ihre routinemäßige Untersuchung zur Brandursache eingeleitet. Ob die Ursache kriminelle Fahrlässigkeit oder eine vorsätzliche Handlung ist, die grundlegende Anfälligkeit der griechischen Wirtschaft bleibt unverändert: eine tourismusabhängige Nation, die ständig der Gnade einer hochbrennbaren Landschaft ausgeliefert ist.
Geschrieben von Sandy van Dongen sandy.vandongen@alpineweekly.com
Neueste Nachrichten





