Privileg und Kriminalität: Elite-Studenten aus Sydney wegen schwerer Körperverletzung angeklagt

Drei Teenager vom Scots College wurden wegen des angeblichen sexuellen Übergriffs auf ein 14-jähriges Mädchen in einer Gasse der östlichen Vororte festgenommen.

Privilege and Delinquency: Elite Sydney Students Face Aggravated Assault Charges

Der polierte Schein der Elite-Bildungseinrichtungen Sydneys ist abrupt durch schwere strafrechtliche Vorwürfe durchbrochen worden. Drei Schüler des Scots College, einer angesehenen Jungenschule mit jährlichen Studiengebühren von bis zu 47.000 Dollar, sehen sich derzeit Vorwürfen im Zusammenhang mit dem sexuellen Übergriff auf ein 14-jähriges Mädchen gegenüber. Der Vorfall, der sich Berichten zufolge letzten Monat in einer Gasse in den wohlhabenden östlichen Vororten der Stadt ereignete, steht in krassem Gegensatz zu den hohen Erwartungen, die üblicherweise mit einer so teuren Ausbildung verbunden sind.

Beamte der Strafverfolgungsbehörden griffen am frühen Donnerstagmorgen zu und führten eine Reihe von Durchsuchungsbefehlen in mehreren Wohnungen aus. Die Razzien förderten mehr als nur die erwarteten elektronischen Geräte zutage, die inzwischen für forensische Untersuchungen sichergestellt wurden. Die Ermittler entdeckten ein bizarres Lager an Gegenständen, das weniger wie der Besitz privilegierter Gelehrter aussah, sondern eher wie das Inventar von Kleinkriminalität. Unter den beschlagnahmten Gegenständen befanden sich zwei Nachbildungen von Schusswaffen, eine BB-Waffe im Glock-Stil, drei Laserpointer und ein mutmaßlich gestohlenes Fahrzeugkennzeichen.

Nach den Razzien wurden alle drei Teenager in Polizeigewahrsam genommen. Die Behörden haben schwere Anklagen gegen die Jugendlichen erhoben. Zwei der Jungen sehen sich zwei Anklagepunkten wegen schwerer sexueller Nötigung in Begleitung anderer sowie Anklagen wegen schwerer sexueller Berührung gegenüber. Der dritte Teenager sieht sich einem einzigen Anklagepunkt für die gleichen Vergehen gegenüber. Trotz der Schwere der Anschuldigungen wurde das Trio unter strengen Auflagen auf Kaution freigelassen. Sie sollen noch in diesem Monat vor einem Jugendgericht erscheinen, um sich den Vorwürfen zu stellen.

Das Scots College, das sich unwillkürlich im öffentlichen Rampenlicht wiederfand, hat eine vorhersehbare Haltung der institutionellen Distanzierung eingenommen. Die Schulleitung veröffentlichte eine Erklärung, in der sie die Situation anerkannte und sorgfältig darauf hinwies, dass der angebliche Vorfall außerhalb der regulären Schulzeiten stattfand. Nach Angaben der Institution kooperiert sie uneingeschränkt mit den Strafverfolgungsbehörden und behandelt die Angelegenheit mit der gebotenen Ernsthaftigkeit. Die Verwaltung fügte hinzu, dass es dem College nicht angemessen wäre, sich während der laufenden polizeilichen Ermittlungen weiter zu der Angelegenheit zu äußern.

Die Gegenüberstellung von High-Society-Bildung und schwerer Jugendkriminalität zwingt häufig zu einer Neubewertung, wie isoliert solche Gemeinschaften tatsächlich sind. Während das Gerichtsverfahren die letztendliche Schuld dieser drei Studenten feststellen wird, zerstört allein die Anwesenheit von Waffenrepliken und gestohlenen Gütern neben schweren Körperverletzungsvorwürfen jede Illusion, dass exorbitante Studiengebühren beispielhaftes Verhalten garantieren. Die sich entfaltenden Gerichtsverfahren werden diese Schnittstelle von Privileg und Kriminalität zweifellos fest im Auge der Öffentlichkeit behalten.

Verfasst von Christiane Hofreiter christiane.hofreiter@alpineweekly.com