Orbitale Klempnerei: Die banale Realität der Stationswartung

Die französische Astronautin Sophie Adenot und ihr amerikanischer Kollege Anil Menon kehren in das Vakuum des Weltraums zurück, um mit hartnäckiger Hardware zu ringen.

Orbital Plumbing: The Mundane Reality of Station Maintenance

Trotz aller poetischen Rhetorik, die den Aufstieg der Menschheit in den Kosmos umgibt, gleicht die Realität des orbitalen Lebens oft der Höhen-Immobilienwartung. Um 12:27 GMT schwebten die französische Astronautin Sophie Adenot und ihr amerikanischer Kollege Anil Menon zum zweiten Mal innerhalb etwas mehr als einer Woche aus der Luftschleuse der Internationalen Raumstation. Ihr Ziel war es nicht, die Geheimnisse des Universums zu entschlüsseln, sondern vielmehr eine „Klempnerei“ zu beenden, die sie wenige Tage zuvor besiegt hatte. Das große Unterfangen der Weltraumforschung, so stellt sich heraus, ist äußerst anfällig für hartnäckige Hardware.

Das Duo hatte sich zuvor am achtzehnten August in das Vakuum gewagt. Dieser erste Ausflug, der über sechs Stunden dauerte, sollte ein unkomplizierter Austausch der Raum-Boden-Antenne der Station sein. Bekannt unter dem bürokratischen Akronym SGANT, stellt dieses wichtige Ausrüstungsteil sicher, dass das Orbitallabor tatsächlich mit der Missionskontrolle in Houston sprechen kann. Die Schwerelosigkeitsmechanik erwies sich jedoch als unkooperativ. Die Astronauten kämpften mit unnachgiebigen Bolzen und steifen Verbindungen und liefen schließlich die Zeit davon, bevor die neue Hardware ordnungsgemäß integriert werden konnte. Adenot teilte später über offizielle Kanäle mit, dass sie ihren ersten Kontakt mit der Leere sehr genossen habe, obwohl man sich vorstellen kann, dass die Begeisterung durch die mechanischen Frustrationen etwas gedämpft wurde.

Diese zweite Außenbordaktivität ist reine Geschäftssache. Der Hauptauftrag besteht darin, die abgebrochene Wartung abzuschließen: die Ersatzantenne zu bergen, sie an der Außenseite der Station zu befestigen und die defekte SGANT-Einheit zu einem bestimmten Lagerort zu bringen. Raumfahrtagenturen ziehen es vor, diese Ausflüge als Triumphe der menschlichen Ingenieurskunst darzustellen, aber sie sind gleichermaßen Übungen in außerirdischer Fehlerbehebung. Wenn sich die mechanischen Befestigungselemente dieses Mal kooperativer erweisen, haben Adenot und Menon eine sekundäre Aufgabe auf ihrer Liste. Sie sind damit beauftragt, einen Retroreflektor an der Außenseite der Station neu zu installieren, vorausgesetzt, der primäre Antennenwechsel verbraucht nicht ihr gesamtes Sauerstofffenster.

Mit vierundvierzig Jahren nimmt Adenot eine seltene Position in der europäischen Raumfahrtgeschichte ein. Im Februar auf der Station angekommen, ist sie erst die zweite Französin, die die Karman-Linie überschreitet, Jahrzehnte nach Claudie Haigneré. Doch in der rauen Umgebung der niedrigen Erdumlaufbahn bieten historische Meilensteine wenig praktische Hilfe beim Umgang mit einem verklemmten Stecker. Der Erfolg dieses milliardenschweren Unternehmens hängt vollständig von der Fähigkeit hochqualifizierter Wissenschaftler ab, einen Schraubenschlüssel effektiv zu handhaben, während sie in einem Druckanzug schweben. Es ist ein deutlicher Beweis dafür, dass wir, egal wie weit wir uns von unserem Heimatplaneten entfernen, vollständig von der Zusammenarbeit grundlegender industrieller Befestigungselemente abhängig bleiben.

Verfasst von Thomas Nussbaumer

thomas.nussbaumer@alpineweekly.com