Ein Mobiltelefon für ein Leben: Die brutale Wirtschaft der Straßen Kampalas

Die tödliche Prügelattacke auf den nationalen Fußballkapitän David Owori offenbart eine tiefe Krise der öffentlichen Sicherheit in der ugandischen Hauptstadt.

A Mobile Phone for a Life: The Brutal Economics of Kampala's Streets

Der grundlegende Gesellschaftsvertrag besagt, dass Bürger ein Gewaltmonopol an den Staat abtreten im Austausch für Sicherheit, eine Vereinbarung, die in der ugandischen Hauptstadt völlig hinfällig zu sein scheint. Am Dienstagabend wurde David Owori, ein 27-jähriger nationaler Fußballspieler und Kapitän des Sports Club Villa, im Vorort Makindye mit Pflastersteinen erschlagen. Seine Angreifer verfolgten weder eine große politische Agenda noch führten sie einen komplexen Raubüberfall aus; sie wollten lediglich sein Mobiltelefon und persönliche Gegenstände. Als Owori Widerstand leistete, schlugen sie ihn bewusstlos und flohen, wodurch eine Sportikone für den Preis gebrauchter Elektronik zum Sterben zurückgelassen wurde. Er erlag seinen Verletzungen am nächsten Tag, nachdem er von einer lokalen Klinik in eine private medizinische Einrichtung verlegt worden war.

Der Staatsapparat hat mit der üblichen bürokratischen Choreografie reagiert, die hochkarätigen städtischen Tötungsdelikten normalerweise folgt. Polizeivertreter versicherten der Öffentlichkeit, dass Detektive aktiv Hinweisen nachgehen und den Tatort untersuchen, um Beweismittel zu sichern. Währenddessen beobachteten Parlamentarier am Mittwoch eine Schweigeminute und verbanden ihre performative Trauer mit Forderungen nach einer schnellen Untersuchung. Doch für gewöhnliche Ugander und die trauernde Sportgemeinschaft bieten diese offiziellen Gesten wenig Trost. Das Internet ist derzeit von öffentlicher Wut überschwemmt, wobei Bürger spürbare Maßnahmen gegen die gewalttätigen Banden fordern, die scheinbar ungestraft in ganz Kampala operieren.

Owori war keine Randfigur im ugandischen öffentlichen Leben. Liebevoll als Colgate bekannt, war der vielseitige Mittelfeldspieler und Rechtsverteidiger eine zentrale Säule des Fußballs in diesem Land. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Europa kehrte er 2023 zum SC Villa zurück und führte den Verein anschließend zu seinem ersten Meistertitel seit zwei Jahrzehnten – einer Rekord-siebzehnten Meisterschaft in der höchsten Spielklasse, die 2024 gesichert wurde. Seine taktische Disziplin hatte ihm eine Vertragsverlängerung bis Januar 2027 und Einsätze für die Nationalmannschaft, die Cranes, während der Qualifikationsspiele zum Afrika-Cup 2021 eingebracht. Der ugandische Fußballverband (Federation of Uganda Football Associations) bemerkte in einer offiziellen Mitteilung, dass der Spieler eher als generationenübergreifender Anführer und Inspiration denn als bloßer Athlet diente. Das Management des SC Villa wiederholte dieses Gefühl und veröffentlichte eine formelle Erklärung, in der es hieß: Wir haben mehr als einen Spieler verloren – wir haben einen Anführer, einen Bruder und einen Freund verloren.

Die Tragödie von Oworis Mord wird durch ihren ausgeprägten Mangel an Neuheit noch verstärkt. Eine Metropole, die unfähig ist, ihre Straßen vor kleinen Schlägern zu sichern, die Pflastersteine schwingen, ist eine Stadt, die auf der grundlegendsten Ebene der Regierungsführung versagt. Nur wenige Wochen zuvor wurde ein anderer prominenter Athlet, der Rugby-Nationalspieler Sydney Gongodyo, in derselben Hauptstadt von einem Mob getötet. Wenn die Sportelite, die oft etwas bessere Ressourcen und Sichtbarkeit genießt als der Durchschnittsbürger, routinemäßig auf der Straße getötet wird, offenbart dies ein schwerwiegendes Defizit in der grundlegenden Strafverfolgung. Die ugandischen Behörden stehen nun unter wachsendem Druck zu beweisen, dass sie das Gesetz durchsetzen und Eigentumsrechte schützen können, anstatt lediglich die gewaltsamen Verletzungen beider zu dokumentieren.

Geschrieben von Freya Stensrud

freya.stensrud@alpineweekly.com