
Die Bürokratie der Trauer: Victorias unerfülltes Versprechen an indigene Gemeinschaften
Drei Jahre nach einer königlichen Untersuchungskommission steckt ein Vorschlag für kulturelle Heilzentren im Wert von 36,2 Millionen Dollar weiterhin in der politischen Schwebe fest.

Das politische Theater in Victoria greift häufig auf große Gesten zurück, doch die jüngste Demonstration auf den Stufen des Staatsparlaments besaß eine düstere, unübersehbare Schwere. Einhunderteinundzwanzig leere Stühle wurden aufgestellt, um die indigenen Victorianer zu repräsentieren, die sich in den letzten fünf Jahren das Leben genommen haben. Das Bild diente als scharfe Anklage gegen einen politischen Apparat, der sich hervorragend darin erweist, umfangreiche Berichte in Auftrag zu geben, aber routinemäßig stolpert, wenn es darum geht, die Staatskasse für praktische, gemeinschaftsgeführte Lösungen zu öffnen.
Der bürokratische Zeitplan ist deprimierend vertraut. Im März 2021 legte eine königliche Untersuchungskommission zur psychischen Gesundheit ihren Abschlussbericht vor, der fünfundsechzig Empfehlungen sowie neun aus einer Zwischenprüfung enthielt. Die viktorianische Regierung, begierig auf die positive Optik einer sofortigen Umsetzung, akzeptierte jede einzelne. Zu den Schlüsselanweisungen gehörte ein klares Mandat zur Einrichtung von zwei kulturellen Heilzentren, die speziell darauf ausgelegt waren, die unverhältnismäßig große psychische Gesundheitskrise unter den First Nations People anzugehen, die eine dreimal höhere Suizidrate als die allgemeine Bevölkerung aufweisen. Drei Jahre später hat der Staat diese theoretische Akzeptanz noch immer nicht in konkrete Infrastruktur umgesetzt.
Die Victorian Aboriginal Community Controlled Health Organisation unter der Leitung von Geschäftsführerin Jill Gallagher hat die letzten fünf Jahre damit verbracht, ein Labyrinth von staatlichen Finanzierungsanträgen zu durchqueren. Die Organisation hat zwei separate Vorschläge zur Finanzierung dieser Heilzentren eingereicht, wobei die Kosten auf relativ bescheidene 36,2 Millionen Dollar über vier Jahre geschätzt werden. Gallagher argumentiert, dass die tragische Ansammlung leerer Stühle beweist, dass die standardmäßige, konventionelle psychiatrische Versorgung den Aborigine- und Torres-Strait-Insulaner-Gemeinschaften grundlegend versagt. Nikki Foy, eine Gunditjmara-Frau, die ihren Bruder vor zwei Jahrzehnten durch Suizid verloren hat und sich zusammen mit der Organisation einsetzt, bekräftigte diese Ansicht und wies darauf hin, dass konventionelle klinische Umfelder schlecht ausgerüstet sind, um spezifische intergenerationelle Traumata zu bewältigen, und dass eine kulturell angemessene Versorgung dringend erforderlich ist.
Die Reduzierung der Suizidraten bei Indigenen ist angeblich eines der siebzehn nationalen Ziele zur Verbesserung des Wohlergehens der First Nations. Doch als sie von Befürwortern und Reportern konfrontiert wurden, boten sowohl die amtierende Gesundheitsministerin Ingrid Stitt als auch Oppositionssprecherin Emma Kealy eine Fülle von Sympathie und ein völliges Fehlen finanzieller Zusagen an. Stitt versprach, sich im Kabinett stark für die Projekte einzusetzen und die umfassenderen Vertragsverhandlungen des Staates als entscheidenden Bestandteil der Lösung darzustellen.
Diese Abhängigkeit von übergreifenden Vertragsrahmenwerken verdeutlicht einen breiteren ideologischen Kampf, der gezielte Gesundheitsinterventionen zu überschatten droht. Die Koalitionsopposition hat explizit versprochen, Victorias Vertragsgesetze aufzuheben und das repräsentative Gremium der First Nations, Gellung Warl, innerhalb von hundert Tagen aufzulösen, sollten sie bei den bevorstehenden Landtagswahlen im November einen Sieg erringen. Während Kealy darauf besteht, dass ihre Partei sich der direkten Finanzierung gemeinschaftlich kontrollierter Organisationen widmet, anstatt den Vertragsapparat aufrechtzuerhalten, bleibt die unmittelbare Realität für indigene Gesundheitsfürsprecher unverändert. Sie sind gefangen zwischen einer Regierung, die strukturelle Vertragsambitionen durch sofortige Klinikfinanzierung ersetzt, und einer Opposition, die darauf aus ist, den bestehenden Rahmen vollständig abzubauen. Währenddessen bleiben die vorgeschlagenen Heilzentren nichts weiter als eine theoretische Empfehlung in einem verstaubten Archiv der königlichen Untersuchungskommission.
Verfasst von Freya Stensrud
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