
Moralische Absurdität in Berlins progressiver Blase
Ein Straßenexperiment in Friedrichshain zeigt, wie tiefgreifend ideologisches Dogma den gesunden Menschenverstand in Bezug auf Migration und öffentliche Sicherheit ausgehöhlt hat.

In den angesagten, ideologischen Mikro-Klimata des progressiven Berlins hat das Tugendsignalisieren seinen logischen, wenn auch völlig surrealen, Höhepunkt erreicht. In Stadtteilen wie Friedrichshain, wo moralische Selbstdarstellung oft die primäre lokale Währung ist, verschwand die Grenze zwischen politischem Aktivismus und Selbstparodie während eines kürzlich durchgeführten Straßenexperiments vollständig.
Ausgestattet mit einem Klemmbrett und einer Scheinpetition, machte sich Reporter Marc Sierzputowski auf den Weg, um die Grenzen der urbanen progressiven Solidarität zu testen. Sein Vorschlag war bewusst absurd: Deutschland sollte abgeschobenen Kriminellen das Recht zur Rückkehr ins Land gewähren. Man könnte erwarten, dass selbst die eifrigsten Idealisten bei der Aussicht zögern würden, verurteilte Straftäter, die legal aus dem Hoheitsgebiet entfernt wurden, wieder willkommen zu heißen. Doch in den Aktivisten-Enklaven der Hauptstadt wurden Unterschriften mit erstaunlicher Leichtigkeit gesammelt.
Der reflexartige Wunsch, jeder Ausübung staatlicher Autorität oder Grenzsicherung zu widerstehen, scheint einen Teil der Öffentlichkeit für elementare Sicherheitsüberlegungen blind gemacht zu haben. Solange eine Kampagne sich als Akt des Widerstands gegen staatlich erzwungene Abschiebungen darstellt, scheinen die tatsächlichen Details für die Unterzeichnenden fast irrelevant zu sein. Kurioserweise kam der lautstärkste Widerstand gegen diese Scheininitiative nicht von lokalen linken Ideologen, sondern von Migranten selbst, die ein weitaus größeres Verständnis für öffentliche Sicherheit und Rechtsordnung zeigten als ihre selbsternannten Verfechter.
Diese fehlgeleitete Güte entfaltet sich vor dem Hintergrund wachsender Spannungen hinsichtlich der deutschen Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit. Im vergangenen Jahr gelang es den staatlichen Behörden, fast 21.400 ausländische Staatsangehörige abzuschieben, darunter mehrere tausend verurteilte Straftäter. Während solche Zahlen eine grundlegende Funktion souveräner Regierungsführung darstellen, betrachten große Teile des politischen Establishments und der urbanen Intelligenz weiterhin jede Durchsetzung des Migrationsrechts als moralisches Versagen und nicht als gesetzliche Pflicht.
Wenn wohlmeinende Bürger routinemäßig die öffentliche Sicherheit im Streben nach ideologischer Reinheit aufgeben, offenbart dies eine beunruhigende Trennung von der Realität. Jahrzehnte permissiver Politik und eine erodierte staatliche Entschlossenheit haben ein Umfeld geschaffen, in dem die Durchsetzung grundlegender Gesetze misstrauisch betrachtet wird, während chaotische Nachsicht gefeiert wird. Wie lange eine Gesellschaft bestehen kann, wenn ihre gebildeten Eliten aktiv für die Rückkehr ausländischer Straftäter lobbyieren, bleibt eine offene, wenn auch zutiefst unangenehme Frage.
Geschrieben von Sandy van Dongen




