
Fraktionelle Verleumdungen und Entwicklergeld: Der Abstieg der NSW Liberal Party in die Farce
Eine Korruptionsuntersuchung enthüllt, wie eine selbsternannte konservative Avantgarde angeblich ideologische Reinheit gegen Verleumdungskampagnen und Immobiliengelder eintauschte.

Politische Fraktionen brüsten sich normalerweise mit ideologischer Reinheit. In der New South Wales Liberal Party scheinen die sogenannten Reformer jedoch mit einer wesentlich transaktionaleren Denkweise operiert zu haben. Die Unabhängige Kommission gegen Korruption untersucht derzeit diese rechtsextreme Avantgarde im Rahmen der Operation Rosny. Was als angeblicher Kreuzzug begann, um die Partei zu strengeren Haltungen in sozialen Fragen zu bewegen, hat sich zu einer schmutzigen Geschichte über mutmaßliche Manipulationen von Ortsverbänden, Sche lobbying-Verträge und maßgeschneiderte Verleumdungskampagnen entwickelt, die von Immobilieninteressen finanziert wurden.
Im Mittelpunkt der jüngsten Anhörungen steht ein bemerkenswert grobes Instrument der politischen Kriegsführung: ein Dossier, das explizit den Titel „David Elliott shit sheet“ trägt. Das Dokument, das sich gegen den ehemaligen Staatsminister, ein Mitglied einer rivalisierenden Mitte-Rechts-Fraktion, richtete, enthielt völlig erfundene Behauptungen über eine außereheliche Affäre. Der ehemalige politische Mitarbeiter Dylan Whitelaw gab im Kreuzverhör zu, dass die Behauptungen grundlos waren.
Während Whitelaw die Ausarbeitung dieses Materials anfangs als üblichen parteiinternen Schlagabtausch ansah, sagte er später aus, dass die Verleumdung wahrscheinlich auf Geheiß von Jean Nassif, einem flüchtigen Immobilienentwickler, inszeniert wurde. Elliott veröffentlichte eine energische öffentliche Gegendarstellung, in der er die Anschuldigungen von Whitelaw und seinen Fraktionskollegen rundweg zurückwies. Er verteidigte ferner seine dreißigjährige Ehe und bemerkte, dass seine Frau eine solche Behandlung von einer Partei, für die sie so viel geopfert hatte, nicht verdient habe.
Die angebliche Söldnerarbeit ging über bloße Rufmord hinaus. Die Untersuchung prüft, ob Nassif die Reformer finanzierte, um die Absetzung von David Chandler, dem Baukommissar des Staates, zu inszenieren. Zeugenaussagen enthüllten einen hektischen, wenn auch verpatzten Versuch von politischen Mitarbeitern, ein angeblich schädliches Video gegen Chandler während der Haushaltsberatungen als Waffe einzusetzen. Die Verschwörung soll beinhaltet haben, das Material Eleni Petinos zuzuspielen, die später zur Ministerin für fairen Handel ernannt wurde. Obwohl Chandler nach einer von Petinos eingeleiteten Untersuchung – bevor er vollständig entlastet wurde – kurzzeitig zurücktrat, muss die Kommission nun feststellen, ob Nassifs aufgezeichnete Prahlerei, der Minister stünde unter seinem Einfluss, bloße Angeberei oder ein erkauftes Ergebnis war.
Die Durchführung solcher Machenschaften erfordert Kapital, und die Untersuchung hat ein höchst fragwürdiges finanzielles Leitungssystem aufgedeckt. Whitelaw schilderte Arrangements, bei denen Catholic Schools NSW angeblich Geld über eine Lobbyfirma, Beckington, an die Reformer schleuste, für vernachlässigbare tatsächliche Arbeit. Die Anhörungen zogen sogar den Oppositionsführer des Bundes, Angus Taylor, in die Auseinandersetzung hinein, mit Textnachrichten, die darauf hindeuten, dass er einer erheblichen Finanzspritze und einem monatlichen Honorar für die Fraktion zugestimmt hatte. Taylor hat diese finanziellen Vereinbarungen kategorisch dementiert und sieht sich keinerlei Anschuldigungen von Fehlverhalten gegenüber.
Die laufenden Anhörungen bieten eine Meisterklasse im institutionellen Verfall. Wenn ehrgeizige Akteure die politische Debatte zugunsten fabrizierter Dossiers und Entwicklergelder aufgeben, wird der Staatsapparat zu nichts anderem als einer Abrechnungsstelle für private Missstände. Die NSW Liberal Party steht nun vor der undankbaren Aufgabe zu erklären, wie ihre interne Struktur so leicht von jenen kompromittiert werden konnte, die öffentliche Ämter als handelbare Ware betrachten.
Verfasst von Christiane Hofreiter christiane.hofreiter@alpineweekly.com
Neueste Nachrichten





