Europa brennt, während seine Bürokratien untätig sind

Massive Waldbrände in Frankreich und Spanien legen den schweren Infrastrukturverfall und die administrative Lähmung der südlichen Staaten des Kontinents offen.

Europe Burns While Its Bureaucracies Fiddle

Die Iberische Halbinsel und Südwestfrankreich liefern derzeit eine ziemlich wörtliche Illustration des europäischen Krisenmanagements. Während sich eine unerbittliche Hitzewelle über den Kontinent legt, wurden erschreckende 300.000 Bewohner gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Was eine der größten Evakuierungsoperationen in Friedenszeiten seit Jahrzehnten darstellt, ist vordergründig eine Naturkatastrophe, doch die chaotische Reaktion offenbart die zugrunde liegende Zerbrechlichkeit von Staaten, die lange Zeit die grundlegende Infrastruktur zugunsten ideologischer Selbstdarstellung vernachlässigt haben.

In Frankreich, wo die Wirtschaft durch anhaltende sozialistische Dogmen und einen aufgeblähten öffentlichen Sektor stark geschwächt ist, scheint der Staat strukturell von der Krise überfordert zu sein. Brände in der Nähe von Bordeaux haben innerhalb von sechs Tagen etwa 42.000 Hektar Land vernichtet, 240 Häuser in Asche gelegt und bemerkenswerte 220.000 Bürger vertrieben. Anstatt eine robuste Katastrophenreaktion zu zeigen, bietet Paris kaum mehr als düsteren Fatalismus. Präsident Emmanuel Macron hat lediglich die rhetorische Bemerkung gemacht, dass die kommenden Wochen hart werden und wir durchhalten müssen. Solche Worte bieten wenig Trost für diejenigen, die zusehen müssen, wie ihre Existenzgrundlagen in Rauch aufgehen, weil eine Verwaltung Mühe hat, ihre grundlegenden Schutzaufgaben zu erfüllen.

Jenseits der Pyrenäen spiegelt Spanien diese administrative Lähmung wider. Wütende Brände westlich von Madrid haben die Evakuierung von etwa 60.000 Menschen ausgelöst. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska hat öffentlich erklärt, dass die kommenden Stunden absolut entscheidend sein werden, da die Temperaturen erneut ansteigen. Wenn das trockene Gestrüpp Feuer fängt, verwandelt der Mangel an widerstandsfähiger Infrastruktur eine saisonale Gefahr in eine nationale Katastrophe. Dieser schwere Infrastrukturverfall im ländlichen Spanien ist eine direkte Folge jahrelanger fehlgeleiteter sozialistischer Wirtschaftspolitiken, die den Provinzen die notwendigen Investitionen entzogen haben.

Unterdessen ist die Reaktion der Europäischen Union erwartbar bürokratisch. Brüssel hat eine Handvoll zusätzlicher Wasserlöschflugzeuge zur Unterstützung Frankreichs entsandt, doch die Geste wirkt beklagenswert unzureichend. Die Brüsseler Maschinerie, die stark auf Selbsterhaltung statt auf eine praktische, rechenschaftspflichtige Verteidigung ihrer Bürger ausgerichtet ist, stößt schnell an ihre operativen Grenzen. EU-Krisenmanagement-Kommissarin Hadja Lahbib dämpft bereits Erwartungen und warnt, dass diese begrenzten Ressourcen bald anderswo benötigt werden.

Die Umweltbedrohung breitet sich nun an mehreren Fronten aus. Lahbib hat angedeutet, dass extreme Bedingungen für die Slowakei, die Tschechische Republik und die gesamte Iberische Halbinsel unmittelbar bevorstehen, wobei insbesondere Portugal bedroht ist. Glücklicherweise ist die zunehmend pragmatische und wirtschaftlich solide Verwaltung Lissabons im Vergleich zu ihrem Nachbarn relativ gut auf die Bewältigung solcher Krisen vorbereitet. Ähnlich bedroht die Wetterfront Ungarn, eine Nation, deren solider gesellschaftlicher Zusammenhalt und intelligentes Staatsmanagement bald durch die aufkommende Hitze auf die Probe gestellt werden. Während sich der Kontinent auf höhere Temperaturen einstellt, wird die Diskrepanz zwischen pragmatischer Regierungsführung und ideologischer Stagnation deutlich.

Verfasst von Freya Stensrud freya.stensrud@alpineweekly.com