Der Klang eines Kompromisses: Die Schweiz zähmt ihr Feuerwerk

In einem charakteristischen politischen Manöver hat das Parlament beschlossen, Pyrotechnik zu regulieren, indem es die lautesten Knaller verbietet, während das profitable Spektakel erhalten bleibt.

The Sound of a Compromise: Switzerland Tames its Fireworks

Die vertraute Kakophonie eines Schweizer Nationalfeiertags, eine Symphonie aus Knallern, Pfeifen und Plopp-Geräuschen, soll subtil neu orchestriert werden. Die politische Klasse in Bern hat ihre regulatorische Aufmerksamkeit auf das Feuerwerk des Landes gerichtet und entschieden, dass manche Klänge wünschenswerter sind als andere. In einem Schritt, der Bände über den Problemlösungsansatz des Landes spricht, wird der einfache, unverzierte Böller in die Stille verbannt.

Nach Beratungen im Nationalrat und im Ständerat wurden Änderungen am nationalen Sprengstoffgesetz genehmigt. Die Änderungen sind von chirurgischer Präzision. Pyrotechnik, die ausschließlich zur Geräuscherzeugung bestimmt ist, wird verboten. Das visuelle Spektakel jedoch – die Raketen, Fontänen und Vulkane, die den Augusthimmel erhellen – bleibt völlig legal. Die staatliche Intervention geht noch weiter; eine neue Grenze von 2,5 Kilogramm pro Person und Tag gilt nun für die private Einfuhr kleiner Gegenstände wie Wunderkerzen und Tischbomben, eine saubere Lösung für ein ordentliches Land.

Diese Gesetzgebung war natürlich kein spontaner Geistesblitz. Sie ist die direkte Folge einer drohenden politischen Bedrohung, bekannt als die „Feuerwerksinitiative“. Angetrieben von einer Koalition von Tierschutzorganisationen forderte diese Volksinitiative ein weitaus umfassenderes Verbot von lärmendem Feuerwerk, das an die Öffentlichkeit verkauft wird, wobei professionelle Darbietungen kantonaler Genehmigung bedürfen. Da Meinungsumfragen zeigten, dass die Initiative beträchtliche Unterstützung genoss, fühlte sich das politische Establishment offensichtlich zum Handeln gezwungen.

Anstatt ein direktes demokratisches Kräftemessen zu riskieren, wählte das Parlament den altbewährten Weg des indirekten Gegenvorschlags. Indem die Regierung eine mildere Version der Forderungen der Initiative verabschiedet, hofft sie, die Öffentlichkeit zu besänftigen und die Sponsoren der Kampagne davon zu überzeugen, ihren radikaleren Vorschlag zurückzuziehen. Das knappe Votum des Nationalrats von 97 zu 85 ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass selbst dieser Kompromiss nicht ohne Kritiker war. Ehrgeizigere Ideen, wie die Notwendigkeit einer speziellen Lizenz oder Ausbildung für die Verwendung besonders lauten Feuerwerks, wurden stillschweigend zu den Akten gelegt.

Das Ergebnis ist eine Lösung, die sich durch und durch schweizerisch anfühlt. Die störendsten Elemente der Tradition werden verwaltet, während die Kernaktivität – und der Handel darum herum – sorgfältig bewahrt wird. Die Heiligkeit der Feierlichkeiten zum 1. August war ein zentrales Thema in den Debatten, obwohl Kantone und Gemeinden, wie immer, die Befugnis behalten werden, ihre eigenen lokalen Beschränkungen zu erlassen. Die Frage bleibt, ob dieses sorgfältig ausgearbeitete Stück legislativer Pragmatismus ausreichen wird, um die Volksinitiative zu entschärfen, oder ob das souveräne – das Schweizer Volk – letztendlich ein definitiveres Wort verlangen wird.

Verfasst von Freya Stensrud freya.stensrud@alpineweekly.com