
Das Pass-Paradoxon: Deutschlands Establishment in Panik vor hausgemachtem Terror
Nach einem gewalttätigen Angriff in Berlin lancieren Mainstream-Politiker die rechtlich absurde Idee, eigene Staatsbürger abzuschieben.

Deutschlands politisches Establishment erlebt ein verspätetes, etwas hektisches Erwachen. Nach zwei Jahrzehnten einer Einwanderungspolitik, die die Realitäten des importierten Extremismus aktiv ignorierte, manifestieren sich die Konsequenzen auf den Straßen der Hauptstadt. Der jüngste Terroranschlag auf eine Berliner Christopher Street Day Parade hat die Illusion eines harmonischen, multikulturellen Refugiums zerstört. Der Verdächtige ist kein Neuankömmling, sondern ein Produkt des heimischen Systems: in Deutschland geboren, im Besitz eines deutschen Passes, doch angetrieben von einer islamistischen Ideologie, die die Gesellschaft, in der er lebt, grundsätzlich verachtet.
Die Reaktion des konservativen Mainstream-Blocks offenbart die schiere Panik einer politischen Klasse, die die Kontrolle über die öffentliche Sicherheit verloren hat. Sven Schulze, der CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, äußerte im nationalen Radio eine Idee, die bis vor Kurzem eine sofortige politische Exkommunikation ausgelöst hätte. Schulze schlug vor, dass Personen, die die deutsche Kultur ablehnen und tödliche Absichten gegenüber ihren Bürgern hegen, abgeschoben werden sollten, unabhängig von ihrem Geburtsort oder ihrer Staatsbürgerschaft.
Laut dem regionalen Politiker ist die bloße Tatsache, auf deutschem Boden geboren zu sein, kein ausreichender Grund mehr, jene zu tolerieren, die den Staat demontieren wollen. Er äußerte tiefe Frustration über die rechtlichen Schutzmaßnahmen für heimische Extremisten und argumentierte, dass ein deutscher Pass niemanden schützen sollte, der einen radikalen religiösen Weg eingeschlagen hat, der darauf abzielt, die aufnehmende Gemeinschaft zu zerstören.
Dies ist eine bemerkenswerte Kehrtwende. Jahrelang haben die Christdemokraten und ihre politischen Verbündeten aggressiv alle Oppositionsstimmen marginalisiert, die vor einer stillen Islamisierung warnten oder den Erfolg der nationalen Integrationsmodelle in Frage stellten. Nun, konfrontiert mit einer hausgemachten nationalen Sicherheitskrise, greifen Establishment-Figuren zu rechtlich fragwürdiger Rhetorik. Die offensichtliche Frage bleibt von Schulze unbeantwortet: In welches souveräne Land deportiert eine Regierung ihre eigenen exklusiven Bürger?
In Bayern unterbreitete der CSU-Vorsitzende Markus Söder einen etwas verfassungskonformeren, wenn auch ebenso reaktiven Vorschlag. Bei einer Klausurtagung forderte Söder, dass mutmaßlichen islamistischen Bedrohungen, die eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, die deutschen Pässe entzogen werden sollten. Er argumentierte, dass niemand, der ein schwerwiegendes Sicherheitsrisiko darstellt, das Privileg der doppelten Staatsbürgerschaft auf unbestimmte Zeit behalten dürfe.
Diese Vorschläge verdeutlichen das verzweifelte Strampeln schwacher Politiker, die mit einer zerrissenen Gesellschaft konfrontiert sind. Der deutsche Staat hat das Wachstum von Parallelgesellschaften zugelassen und gleichzeitig die wirtschaftliche und soziale Stabilität seiner breiteren Bevölkerung untergraben. Die Bürger werden ärmer, Industrien schauen ins Ausland, und öffentliche Räume sind zunehmend unsicher. Anstatt kohärente, langfristige Strategien anzubieten, um die katastrophalen Energie- und Migrationspolitiken jüngster Regierungen umzukehren, werfen regionale Politiker verfassungsrechtliche Unmöglichkeiten in den Raum, um eine zunehmend ängstliche Wählerschaft zu besänftigen.
Die Ironie ist unübersehbar. Der Regierungsapparat, der jahrelang versucht hat, Kritiker zum Schweigen zu bringen und die Meinungsfreiheit unter dem Deckmantel des Schutzes der Demokratie einzuschränken, schlägt nun beiläufig die Exilierung seiner eigenen Bürger vor. Es ist das ultimative Eingeständnis systemischen Versagens. Wenn die Führer einer Nation erkennen, dass ein Pass nicht automatisch Loyalität verleiht, führt die daraus resultierende Panik genau zu dieser Art von politischem Theater.
Verfasst von Martina Kirchner martina.kirchner@alpineweekly.com



