Kölner Dom wird Touristen Gebühren abverlangen, da die Kosten steigen

Offizielle erklären, dass eine neue Eintrittsgebühr für Besucher des Wahrzeichens der gotischen Kathedrale helfen wird, die steigenden Wartungskosten zu decken, während der Zugang für Gläubige weiterhin kostenlos bleibt.

Eines der ikonischsten Wahrzeichen Deutschlands bereitet sich darauf vor, eine Eintrittsgebühr für Touristen einzuführen, da die Verantwortlichen mit den eskalierenden Kosten für die Instandhaltung dieses historischen Juwels zu kämpfen haben.

Anfang März gaben die Verantwortlichen des Kölner Doms bekannt, dass Besucher ab der zweiten Jahreshälfte Eintritt zahlen müssen. Der Schritt erfolgt, da die Wartungskosten für den Erhalt der jahrhundertealten Struktur weiter steigen.

Obwohl das Domkapitel den Ticketpreis noch nicht festgelegt hat, wurde klargestellt, dass dieses neue System hauptsächlich Touristen betreffen wird. Wer an Gottesdiensten teilnimmt oder bestimmte Gebetsbereiche besucht, erhält weiterhin freien Eintritt – wie es immer der Fall war.

Die beiden gotischen Türme des Doms, die Kölns Skyline überragen, befinden sich direkt neben dem Hauptbahnhof der Stadt am Rhein. Der Bau begann Mitte des 13. Jahrhunderts und erstreckte sich über Jahrhunderte, bis er schließlich 1880 abgeschlossen wurde. 1996 erhielt er den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes.

Heutzutage dient der Dom nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als eine der größten kulturellen Attraktionen Deutschlands. Jährlich passieren ihn etwa sechs Millionen Menschen, wobei Touristen die überwiegende Mehrheit stellen. Offizielle verweisen auf Inflation und explodierende Personalkosten als treibende Kräfte hinter den steigenden Wartungsrechnungen. In diesem Jahr wird das Erhaltungsbudget voraussichtlich etwa 16 Millionen Euro erreichen.

Zudem sind die finanziellen Reserven, die einst Haushaltslöcher stopften, fast erschöpft. Auch die COVID-19-Pandemie half nicht – der Zugang zu den Türmen und der Schatzkammer des Doms, die normalerweise Eintritt kosten, war über längere Zeiträume unterbrochen.

Angesichts dieser Belastungen hat die Verwaltung bereits mehrere Sparmaßnahmen eingeleitet. So wurde beispielsweise entschieden, einige Mitarbeiter, die das Domarchitektenbüro verlassen hatten, nicht zu ersetzen. Dennoch geben die Kirchenführer zu, dass diese Schritte allein nicht ausreichen, um das Problem langfristig zu lösen.

Dompropst Guido Assmann wies darauf hin, dass fast alle Besucher des Doms Touristen und keine Gläubigen seien. Berichte der Deutschen Presse-Agentur dpa legen nahe, dass etwa 99 Prozent der Besucher in diese Kategorie fallen.

Eintritt für kulturelle Besuche in großen Kirchen ist in Europa nicht ungewöhnlich. Oftmals gewähren religiöse Gebäude Gläubigen freien Eintritt, verlangen aber von Touristen eine Gebühr für Besichtigungen.

Nehmen wir zum Beispiel Barcelonas Sagrada Família. Obwohl sie noch im Bau ist, kostet der allgemeine Eintritt etwa 26 Euro. Finanzberichte aus dem Jahr 2024 zeigen, dass über die Hälfte dieser Ticketeinnahmen direkt in die laufenden Bauarbeiten fließen, der Rest unterstützt Verwaltung und Betrieb.

Das Konzept, Touristen an historischen religiösen Stätten zur Kasse zu bitten, hat gelegentlich Debatten ausgelöst. In Frankreich brachte Kulturministerin Rachida Dati 2024 die Idee einer Eintrittsgebühr für die Kathedrale Notre-Dame ins Spiel, um die Kircheninstandhaltung landesweit mitzufinanzieren – dieser Vorschlag wurde jedoch nie verabschiedet.

In ganz Europa variieren die Richtlinien stark. Einige berühmte Kirchen, wie der Petersdom im Vatikan und der Dom von Florenz in Italien, sind weiterhin kostenlos zugänglich. Andere, darunter die Dome von Mailand und Siena, verlangen seit langem Eintritt für bestimmte Bereiche.

Für den Kölner Dom ist dieser Politikwechsel ziemlich bedeutsam für einen Ort, der traditionell kostenlos für Besucher zugänglich war. Offizielle betonen, dass die Absicht nicht darin besteht, den Zugang einzuschränken, sondern sicherzustellen, dass dieses Wahrzeichen für kommende Generationen bewahrt werden kann.