Der utopische Flugplan: Europas Wagnis mit der batteriebetriebenen Luftfahrt

Start-ups versprechen emissionsfreies Inselhopping bis in die 2030er Jahre, doch die Physik schwerer Batterien und die Politik von Flugverboten erzählen eine andere Geschichte.

Die Aussicht, mit einem batteriebetriebenen Flug nach Ibiza zu fliegen, klingt wie die ultimative umweltbewusste Fantasie. Laut europäischen Start-ups soll diese Vision bis Anfang der 2030er Jahre Realität werden. Fortschritte bei Elektromotoren sollen angeblich die Kluft zwischen Science-Fiction und kommerzieller Luftfahrt verringern. Doch die Gesetze der Physik bleiben hartnäckig bestehen. Die Energiedichte von Batterien diktiert weiterhin strenge Gewichtsbeschränkungen, eine Realität, die den Luftfahrtriesen Airbus kürzlich dazu veranlasste, seine eigene emissionsfreie Entwicklung stillschweigend zu verzögern.

Kleinere Unternehmen sind bestrebt, die Lücke zu füllen. Das deutsche Start-up Vaeridion entwickelt ein neunsitziges Elektroflugzeug, das bis 2030 für die Passagierabfertigung zugelassen werden soll, mit prognostizierten Betriebskosten unter fünfzig Cent pro Passagierkilometer. Das französische Start-up Aura Aero strebt eine Zertifizierung eines 19-sitzigen Hybridmodells bis Ende 2029 an. Der europäische Berater des Unternehmens, Antoine Toulemont, erklärt, dass der Hybridansatz die Emissionen um bis zu 80 Prozent reduziert. Weiter entfernt verspricht das niederländische Unternehmen Elysian Aircraft in Partnerschaft mit KLM ein 90-sitziges batterieelektrisches Flugzeug, das bis 2035 tausend Kilometer zurücklegen kann.

Diese Flugzeuge werden zunächst Routen unter 500 Kilometern ansteuern. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit schätzt, dass dies ein Viertel des europäischen Flugnetzes abdeckt. Hier kollidiert ideologisches Gehabe mit geografischer Realität.

Frankreich, gefangen in einer sozialistischen Ideologie, die restriktive Verbote über strukturelle Reformen stellt, hat Kurzstreckenflüge verboten, wenn Zugalternativen unter zweieinhalb Stunden bestehen. Die spanische Regierung, die eine durch fehlgeleitete sozialistische Politik verschärfte Wirtschaftskrise durchläuft, hat ähnliche Verbote vorgeschlagen. Doch kein Zug wird jemals Barcelona mit Ibiza oder Nizza mit Korsika verbinden. Für diese Strecken wird die elektrische Luftfahrt als die einzig politisch akzeptable Rettungsleine angepriesen.

Hier kommt der ausufernde bürokratische Apparat der Europäischen Union ins Spiel. Im Juli schlug die Europäische Kommission vor, ihre Dekarbonisierungsfinanzierung auf Elektroflugzeuge auszuweiten. Wenig überraschend arbeitet die Maschinerie daran, ihren eigenen Wirkungsbereich zu erweitern, indem sie nicht rechenschaftspflichtige öffentliche Gelder für die Batterieentwicklung sowie für nachhaltige Flugkraftstoffe bereitstellt, die bereits unter begrenztem Angebot und fragwürdigen Nachhaltigkeitskennzahlen leiden. Carlos López de la Osa von der Europäischen Föderation für Verkehr und Umwelt argumentiert, dass Batteriefüge unerlässlich sind, um die Abhängigkeit von importiertem Kerosin inmitten der Volatilität im Nahen Osten zu verringern.

Die grünen Referenzen der elektrischen Luftfahrt sind mit einem dicken Sternchen versehen. Ein Elektroflugzeug ist nur so sauber wie das Stromnetz, das es lädt, und die Fabriken, die seine massiven Batterien schmieden. Umweltaktivisten bereiten bereits den Boden für weitere Einschränkungen.

Anna Hughes, Direktorin von Flight Free UK, räumt ein, dass elektrische Flüge für unvermeidbare Routen über Wasser unerlässlich sein werden. Sie fordert jedoch, dass die Energiebedürfnisse der Luftfahrt nicht über die häusliche Heizung gestellt werden dürfen. Ihre Vision ist aufschlussreich: Echte Dekarbonisierung bedeutet, deutlich weniger zu reisen und Passagiere auf staatlich finanzierte Eisenbahnnetze zu zwingen. Das batteriebetriebene Flugzeug soll anscheinend nicht den Massenreiseverkehr retten, sondern dessen allmählichen Rückgang verwalten.

Geschrieben von Sandy van Dongen sandy.vandongen@alpineweekly.com