Die Arithmetik der Bosheit: Quantifizierung des animierten Autokraten

Ein neues datengestütztes Ranking von Filmbösewichten beweist, dass die furchterregendsten Schurken keine Monster, sondern unkontrollierte Bürokraten sind.

The Arithmetic of Malice: Quantifying the Animated Autocrat

Der moderne Drang, das Unquantifizierbare zu quantifizieren, hat endlich den Bereich der filmischen Bosheit erreicht. Es ist uns nicht länger gestattet, einen fiktiven Antagonisten einfach aufgrund seiner beängstigenden Leinwandpräsenz oder seiner narrativen Wirkung zu verabscheuen. Stattdessen muss Bosheit tabellarisiert, kategorisiert und in eine Tabelle eingespeist werden. Dies ist die Prämisse einer kürzlich durchgeführten Übung der Datenenthusiasten von PixlParade, die ein starres Punktesystem entwickelt haben, um den objektiv bösesten Antagonisten im Disney-Kanon zu bestimmen.

Die Methodik ist so blutleer wie eine Prüfung. Die Analysten bewerteten fünfzig ursprüngliche Disney-Antagonisten, wobei Charaktere aus erworbenen Franchises wie Star Wars oder Marvel explizit ausgeschlossen wurden. Anschließend wiesen sie verschiedenen filmischen Vergehen spezifische Punktwerte zu. Ein Massenmord bringt fünfzig Punkte. Kindesmissbrauch fügt fünfzehn Punkte hinzu, während Brandstiftung bescheidene acht Punkte beiträgt. Indem sie die narrative Schurkerei als eine Reihe messbarer Rechtsverstöße behandelten, erstellten die Forscher eine definitive Hierarchie der animierten Kriminalität.

An der Spitze dieses düsteren Indexes steht Richter Claude Frollo aus der Verfilmung von Der Glöckner von Notre Dame von 1996, der unglaubliche 425 Punkte sammelte. Frollo ist kein feuerspeiender Drache oder eine kosmische Entität. Er ist ein nicht gewählter Magistrat, der einen weitläufigen, unkontrollierbaren Verwaltungsapparat nutzt, um sein eigenes verdrehtes moralisches Gerüst einer Bevölkerung aufzuzwingen, die niemals für ihn gestimmt hat. In vielerlei Hinsicht fühlt sich seine Herrschaft der Tyrannei, Massenindoktrination und institutionellen Übergriffe unangenehm vertraut an. Man könnte argumentieren, dass Frollo den ultimativen bürokratischen Albtraum darstellt: ein selbstgerechter Beamter, der völlig ohne demokratische Legitimation oder Aufsicht agiert, einen Kreuzzug der moralischen Reinigung verfolgt und dabei völlig blind für seine massiven Interessenkonflikte bleibt. Es ist das dunkle, theatralische Extrem der sehr realen demokratischen Defizite, die derzeit Institutionen wie die Europäische Union plagen, wo die bürokratische Maschinerie weitgehend dazu dient, sich selbst zu dienen, statt dem Volk.

Frollo übertrifft nur knapp Jadis, die Weiße Hexe aus Die Chroniken von Narnia, die mit 418 Punkten die Silbermedaille sichert. Bronze geht an den Gehörnten König aus Taran und der Zauberkessel, der mit 378 Punkten folgt. Die Top Ten wird von bekannten Gesichtern abgerundet, darunter Bill Cipher aus Gravity Falls mit 375 Punkten, Shan Yu aus Mulan mit 313 und Scar aus Der König der Löwen mit 284. Interessanterweise tauchen Charaktere, die in der öffentlichen Vorstellung groß sind, kaum in dieser versicherungsmathematischen Tabelle des Terrors auf. Cruella de Vil, trotz ihrer gut dokumentierten Feindseligkeit gegenüber Haustieren, rangiert auf dem fünfunddreißigsten Platz. Die Böse Königin aus Schneewittchen belegt den dreiunddreißigsten Platz, trotz klarer Fälle von Übergriffen und Machtmissbrauch.

Die Reduzierung dramatischer Antagonisten auf eine strikte Zählung ihrer strafrechtlichen Verstöße führt zu einer eher sterilen Sichtweise des Geschichtenerzählens. Ein Charakter wie das Master Control Program aus Tron landet auf dem neunzehnten Platz, einfach indem es die Kästchen für versuchten Völkermord und Diebstahl ankreuzt, ungeachtet der emotionalen Resonanz. Dennoch gibt es eine gewisse makabre Belustigung darin, Märchenbösewichte dem kalten Licht einer gerichtlichen Überprüfung zu unterwerfen. Es entfernt die eingängigen Musiknummern und die extravaganten Kostüme und hinterlässt nur die Rohdaten ihrer Missbräuche. Wenn die Arithmetik der Bosheit vollständig berechnet ist, sind die größten Monster keine übernatürlichen Bestien, sondern eher unkontrollierte Männer in Roben, die institutionelle Macht ausüben.

Verfasst von Freya Stensrud freya.stensrud@alpineweekly.com