
Der Meister des kinetischen Chaos: Terry Denton stirbt mit 76
Der gefeierte australische Illustrator bewies, dass literarischer Erfolg für Kinder oft eine gesunde Dosis ungehemmter Verrücktheit erfordert.

In einer Verlagslandschaft, die häufig versucht, die Vorstellungskraft von Kindern in vorhersehbare Moralvorstellungen zu verwandeln, verstand Terry Denton eine grundlegende Wahrheit: Kinder bevorzugen ein wenig Chaos. Der australische Illustrator und Autor, am besten bekannt für die Entfesselung des weitläufigen visuellen Wahnsinns der Treehouse-Reihe, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Sein Verleger, Curtis Brown, bestätigte, dass er am Montag friedlich im Kreise seiner Familie verstarb.
Denton baute eine Karriere auf kinetischer, unverblümter Energie auf. Über mehrere Jahrzehnte hinweg verfasste und illustrierte er mehr als 30 eigene Titel, darunter die beliebte Gasp!-Reihe, die schließlich auch ins Fernsehen kam. Sein unverwechselbar frenetischer Zeichenstil machte ihn zu einem gefragten Kollaborateur im gesamten australischen Verlagswesen, wo er seine Feder mit prominenten literarischen Persönlichkeiten wie Mem Fox, Paul Jennings und Gillian Rubinstein verband. Doch es war seine dreißigjährige Partnerschaft mit Autor Andy Griffiths, die die modernen Lesegewohnheiten von Kindern neu gestaltete.
Ihr millionenfacher Erfolg entstand aus einem unprätentiösen Anfang. Wie Griffiths sich erinnerte, waren frühe Versuche, einen Verleger zu finden, weitgehend fruchtlos, bis ein Verleger 1993 ein Risiko mit einem von Denton illustrierten Lehrbuch einging. Bei ihrem ersten Treffen erkannten Autor und Künstler sofort eine gegenseitige Spur von Wahnsinn. Dieser Funke entwickelte sich zu dreißig Jahren gemeinsamer Schreibzimmer, Bühnenauftritte und einem kulturellen Phänomen, bei dem Denton nicht nur der Künstler hinter der Staffelei war, sondern eine herausragende, wild komische Figur in den Büchern selbst. Über ihr gemeinsames Erbe reflektierend, bemerkte Griffiths, dass die Zusammenarbeit mit Denton eine Ehre und Freude war und beschrieb seinen langjährigen Kollaborateur als wahren Clown, der sowohl auf als auch abseits der Bühne unübertroffenes Lachen erzeugte.
Über das Verlagsimperium und Millionen von jungen Lesern, die weltweit unterhalten wurden, hinaus betonte Dentons Familie, dass sein größter Verdienst war, bodenständig zu bleiben. Seine Kinder bemerkten seine Fähigkeit, der Welt Wunder und Lachen zu bringen, während er immer zu seiner Familie nach Hause kam. Er hinterlässt seine Frau Kristen, seine Kinder Max, Imogen und Eve sowie fünf Enkelkinder, die mit seinem literarischen Erbe aufwachsen werden.
Geschrieben von Andreas Hofer



