Neuer Bluttest für Alzheimer erhält grünes Licht in Europa

Roches pTau217-Test verspricht, invasive Verfahren durch eine einfache Blutentnahme zu ersetzen, doch die eigentliche Herausforderung könnte noch bevorstehen.

Endlich eine gute Nachricht für alle, die miterlebt haben, wie ein geliebter Mensch den langen, frustrierenden Weg der Alzheimer-Diagnose durchlaufen hat. Ein Schweizer Pharmaunternehmen hat soeben die Genehmigung erhalten, einen Bluttest in ganz Europa zu verkaufen, der darauf abzielt, die Krankheit zu erkennen oder auszuschließen, und Patienten möglicherweise die übliche Batterie von Lumbalpunktionen und teuren Gehirnscans erspart.

Roche gab am Dienstag bekannt, dass sein Test, Elecsys pTau217 genannt, die CE-Kennzeichnung erhalten hat. Dieses Zeichen bedeutet im Wesentlichen, dass die europäischen Regulierungsbehörden davon überzeugt sind, dass der Test sicher ist und wie beworben funktioniert. Der Test ist der erste seiner Art, der speziell für Alzheimer entwickelt wurde, und er kam nicht allein – Roche entwickelte ihn in Partnerschaft mit Eli Lilly.

Laut dem Unternehmen könnte dieses Instrument den Diagnoseprozess für Millionen weltweit beschleunigen. Ein Top-Manager von Roche Diagnostics, Matt Sause, wurde zitiert, dass die Einführung ein bedeutsamer Schritt hin zu einer einfachen blutbasierten Methode zur viel früheren Erkennung von Alzheimer sei. Er bemerkte auch, dass zu viele Menschen derzeit einen langen und schwierigen Weg zu einer Diagnose erleiden, der oft auf kostspieligen Spezialverfahren beruht. Diesen Test in die tägliche Versorgung zu integrieren, so argumentierte er, würde Ärzten helfen, Familien mit früheren Einschätzungen zu unterstützen und gleichzeitig die Belastung der Gesundheitssysteme zu verringern.

Für diejenigen, die es nicht wissen: Alzheimer ist die häufigste Ursache für Demenz und verantwortlich für etwa 60% bis 80% aller Fälle. Die Zahlen steigen stetig. Daten der OECD zeigen, dass in der Europäischen Union die Zahl der über 60-Jährigen, die mit Demenz leben, von 5,9 Millionen im Jahr 2000 auf etwa 9,1 Millionen im Jahr 2018 anstieg. Dieselben Schätzungen prognostizieren 13,4 Millionen Fälle bis 2030 und erstaunliche 18,7 Millionen bis 2050.

Eine Executive Vice President bei Eli Lilly, Carole Ho, wurde ebenfalls zitiert, dass für Familien, die mit der Unsicherheit von Alzheimer zu kämpfen haben, eine rechtzeitige Diagnose der erste und wichtigste Schritt zu einer angemessenen Versorgung ist.

Wie funktioniert dieser Wundertest also eigentlich? Der Elecsys pTau217 ist für den Einsatz sowohl in der primären als auch in der sekundären Versorgung konzipiert. Das bedeutet, ein Allgemeinmediziner könnte den Test durchführen und, falls nötig, einen Patienten bereits mit nützlichen Daten an einen Spezialisten überweisen. Ein positives Ergebnis weist auf hohe Werte eines Proteins namens pTau217 hin, was selbst ein starkes Signal dafür ist, dass Amyloid-Plaques – diese abnormalen Proteinklumpen, die mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden – wahrscheinlich im Gehirn vorhanden sind. Ein negatives Ergebnis hingegen deutet darauf hin, dass Alzheimer wahrscheinlich nicht die Ursache ist und könnte Patienten davor bewahren, invasive Folgeuntersuchungen wie die Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit oder Gehirnbildgebung zu durchlaufen.

Es klingt sauber und einfach. Doch das Schwierige war nie die Nadel. Es ist das, was passiert, nachdem das Ergebnis vorliegt.

Verfasst von Sandy van Dongen