Volkswagen-Gewinne brechen 2025 ein, während sich die Krise auf den globalen Märkten vertieft

Volkswagen-Gewinne stürzen ab, während Stellenabbau droht und der globale Druck zunimmt

Der größte europäische Autohersteller, Volkswagen, hat eine der schlechtesten Finanzleistungen seiner jüngeren Geschichte gemel, wobei die Gewinne im Jahr 2025 um fast die Hälfte eingebrochen sind. Der Nettogewinn des Unternehmens sank um 44% auf 6,9 Milliarden Euro, was die Gruppe dazu veranlasste, ihre Sparpläne erheblich auszuweiten und die Streichung von rund 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 anzukündigen.

Die von Vorstandschef Oliver Blume in der Konzernzentrale in Wolfsburg gemachte Ankündigung markiert eine deutliche Eskalation der bereits im letzten Jahr begonnenen Restrukturierungsbemühungen. Volkswagen hatte zuvor mit den Arbeitnehmervertretern eine Reduzierung der Belegschaft um 35.000 Stellen vereinbart, doch die sich verschlechternden Finanzaussichten haben das Unternehmen gezwungen, viel weiter zu gehen.

Während der Umsatz mit rund 322 Milliarden Euro weitgehend stabil blieb, halbierte sich der operative Gewinn auf etwa 8,9 Milliarden Euro. Die Zahlen stellen die schwächste Leistung des Konzerns seit dem Diesel-Abgasskandal vor fast einem Jahrzehnt dar, als Volkswagen zugab, Software zur Manipulation von Emissionstests in Millionen von Fahrzeugen weltweit installiert zu haben.

Führungskräfte sagen, das Unternehmen stehe vor einem weitaus komplizierteren Umfeld als in früheren Krisen. Laut Finanzvorstand Arno Antlitz belasten geopolitische Spannungen, Handelshemmnisse und ein sich verschärfender globaler Wettbewerb die Konzernleistung erheblich. Gleichzeitig durchläuft die globale Automobilindustrie einen kostspieligen technologischen Wandel, der massive Investitionen erfordert.

Die Volkswagen-Aktie stieg in Frankfurt nach der Ankündigung leicht an, unterstützt durch eine breitere Markterholung im Zusammenhang mit geopolitischen Entwicklungen. Der bescheidene Gewinn konnte jedoch die tiefer liegenden strukturellen Herausforderungen des deutschen Herstellers kaum verschleiern.

Der stärkste Druck kommt von außerhalb Europas. Obwohl Volkswagen in seinem Heimatmarkt ein bescheidenes Wachstum verzeichnen konnte, reichte dies nicht aus, um die rückläufigen Verkäufe in China und Nordamerika auszugleichen. Insgesamt lieferte der Konzern 2025 weltweit rund 8,98 Millionen Fahrzeuge aus, was einem kleinen, aber signifikanten Rückgang von 0,5% entspricht.

Handelsspannungen mit den Vereinigten Staaten haben den amerikanischen Markt besonders schwierig gemacht. Zölle, die während der Präsidentschaft von Donald Trump erhoben wurden, haben die Wettbewerbsfähigkeit importierter europäischer Fahrzeuge verringert. Gleichzeitig haben sich ändernde Umweltvorschriften und der Entzug staatlicher Subventionen die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen gebremst und mehrere vom Unternehmen geplante Großprojekte untergraben.

China, lange Zeit Volkswagens wichtigster Wachstumsmarkt, ist zu einer weiteren großen Sorge geworden. Lokale Hersteller wie BYD, Geely und Nio haben ihre Technologie schnell verbessert und dominieren zunehmend den heimischen Markt. Ihre aggressive Expansion hat den Marktanteil, den Volkswagen einst im größten Automarkt der Welt genoss, erheblich geschmälert.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, verfolgt der Konzern eine sogenannte „in China für China“-Strategie, die sich auf lokale Entwicklung und Lieferketten konzentriert, die speziell auf den chinesischen Markt zugeschnitten sind. Analysten sind der Ansicht, dass der Erfolg dieser Strategie entscheidend für die langfristige Zukunft von Volkswagen sein wird.

Der Druck ist auch innerhalb der Premiummarken des Konzerns sichtbar. Porsche, das zuvor eine der profitabelsten Divisionen von Volkswagen war, hat einen dramatischen Umsatzrückgang in China erlitten. Gleichzeitig sah sich das Unternehmen gezwungen, seine strategische Ausrichtung nach aggressiven Investitionen in Elektrofahrzeuge zu überarbeiten.

Porsche kehrt nun teilweise zu Verbrennungsmotoren zurück, ein Schritt, der mit erheblichen Kosten verbunden ist. Der operative Gewinn des Sportwagenherstellers brach von rund 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf nur noch 90 Millionen Euro im letzten Jahr ein.

Der Gewinneinbruch hat eine wachsende Kritik an den Vorstandsvergütungen ausgelöst. Trotz des schwierigen Jahres werden die Mitglieder des Volkswagen-Vorstands Boni in Millionenhöhe erhalten, die größtenteils an starke Nettokapitalflusszahlen gekoppelt sind.

Berichten zufolge beliefen sich die Gesamtboni für Vorstandsmitglieder auf rund 13,6 Millionen Euro. Vorstandschef Oliver Blume erhielt eine Gesamtvergütung von rund 7,4 Millionen Euro, etwas weniger als im Vorjahr, nachdem er freiwillig auf einen Teil seines Gehalts verzichtet hatte.

Die Zahlungen haben die Arbeitnehmervertreter verärgert, die argumentieren, dass auch die Arbeitnehmer von der Cashflow-Performance des Unternehmens profitieren sollten. Derzeit laufen Gespräche über mögliche Sonderzahlungen für die Belegschaft.

Trotz der düsteren Jahresergebnisse sieht Volkswagen frühe Anzeichen einer Stabilisierung. Die Geschäftsleistung verbesserte sich im letzten Quartal des Jahres etwas, nach einem schwierigen dritten Quartal, in dem das Unternehmen aufgrund von Restrukturierungskosten bei Porsche Verluste von über 1 Milliarde Euro meldete.

Mit Blick auf die Zukunft erwartet der Konzern eine Verbesserung der Profitabilität im Jahr 2026. Volkswagen prognostiziert, dass sich seine operative Marge nach einem starken Rückgang auf 2,8% im Jahr 2025 wieder auf 4% bis 5,5% erholen wird.

Ob sich diese Erholung materialisiert, wird weitgehend von der Fähigkeit des Unternehmens abhängen, mit steigenden geopolitischen Spannungen, dem harten Wettbewerb durch chinesische Autohersteller und dem kostspieligen Übergang zur Elektromobilität umzugehen – Herausforderungen, die die globale Automobilindustrie weiterhin prägen.