Ölpreise steigen rasant: Iran-Konflikt schürt Ängste um globale Energieversorgung

Rohöl steigt im frühen Handel um fast 8%, während Investoren die Straße von Hormus und die regionale Eskalation beobachten

Die Ölpreise sind am Montag stark gestiegen, da die Märkte auf die eskalierenden Feindseligkeiten zwischen Iran, Israel und den Vereinigten Staaten reagierten. Händler stellen sich auf potenzielle Störungen der Energielieferungen aus dem Nahen Osten ein.

Im frühen Handel schoss der US-Referenzwert für Rohöl um etwa 8% in die Höhe, bevor er leicht nachgab und 5,9% höher bei 71,00 Dollar pro Barrel notierte. Brent-Rohöl, der internationale Benchmark, stieg um 6,2% auf 77,38 Dollar pro Barrel.

Die Zuwächse spiegeln wachsende Bedenken wider, dass der Konflikt die Ölexporte aus dem Iran und benachbarten Produzenten stören könnte. Teheran hat auf die jüngsten US-amerikanischen und israelischen Angriffe reagiert und Ziele in der gesamten Region ins Visier genommen. Berichte über Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus – einem kritischen maritimen Nadelöhr am Eingang des Persischen Golfs – haben die Ängste vor Versorgungsengpässen verstärkt.

Etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen passieren diese enge Wasserstraße, was sie zu einer der strategisch wichtigsten Routen im globalen Energiesystem macht. Jede längere Unterbrechung könnte Schockwellen durch die Kraftstoffmärkte senden und die Produktionskosten weltweit erhöhen.

Der Iran exportiert derzeit etwa 1,6 Millionen Barrel Öl pro Tag, wobei China den Großteil der Käufe ausmacht. Sollten die iranischen Exporte eingeschränkt werden, müsste Peking möglicherweise alternative Lieferanten suchen, was das globale Angebot weiter verknappen könnte. Analysten weisen darauf hin, dass China über beträchtliche Ölreserven verfügt – geschätzt bis zu 1,5 Milliarden Barrel – und auch die Importe aus Russland erhöhen könnte, um Engpässe auszugleichen.

Die Marktteilnehmer hatten eine Eskalation angesichts des jüngsten Aufbaus US-amerikanischer Streitkräfte in der Region teilweise erwartet. Infolgedessen war ein gewisses Risiko bereits vor den jüngsten Entwicklungen eingepreist.

Neben dem Öl wandten sich Anleger traditionellen sicheren Häfen zu. Gold stieg im frühen Handel um 2,4% auf rund 5.371 Dollar pro Unze, was die allgemeine Unsicherheit an den Finanzmärkten widerspiegelt.

Aktienfutures zeigten nach unten. Kontrakte, die an den S&P 500 und den Dow Jones Industrial Average gebunden sind, fielen am Vormittag in Bangkok um rund 0,8%.

Auch die asiatischen Märkte eröffneten unter Druck. Japans Nikkei 225 fiel zu Handelsbeginn um mehr als 2%. Hongkongs Hang Seng Index sank um 1,6% auf 26.215,91, während der Shanghai Composite mit 4.163,01 wenig verändert war.

Andernorts in der Region sank Taiwans Benchmark-Index um 0,6%, Singapurs rutschte um 1,9% ab und Thailands SET-Index verlor 2,1%. Australiens S&P/ASX 200 fiel um 0,3% auf 9.173,50.

Energieanalysten warnen, dass die Entwicklung der Ölpreise stark davon abhängen wird, wie lange die Spannungen anhalten und ob die Schifffahrtsrouten zugänglich bleiben. Vorerst bleibt die Straße von Hormus – ein schmales Gewässer mit überragendem globalen Einfluss – im Mittelpunkt der Marktbesorgnis.

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