China erobert Spitzenplatz als Deutschlands größter Handelspartner zurück
Exporte in die USA gehen stark zurück, während Berlins Handelsdefizit mit Peking Rekordniveau erreicht

China hat erneut den Spitzenplatz als Deutschlands größter Handelspartner zurückerobert und die Vereinigten Staaten nach einem Jahr mit sich verschiebenden Exportmustern und wachsenden Ungleichgewichten überholt.
Laut neu veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes erreichte der gesamte Handel zwischen Deutschland und China im vergangenen Jahr 251,8 Milliarden Euro. Die chinesischen Exporte nach Deutschland stiegen um 8,8 %, wodurch Peking seine Spitzenposition zurückeroberte, nachdem die USA 2024 kurzzeitig die Führung übernommen hatten.
Die Handelsbeziehung bleibt jedoch stark unausgewogen. Deutschlands Exporte nach China sanken im gleichen Zeitraum um 9,7 %, während chinesische Lieferungen nach Deutschland mehr als doppelt so viel wert waren wie die in die entgegengesetzte Richtung versandten deutschen Waren. Infolgedessen weitete sich Deutschlands Handelsdefizit mit China auf einen Rekordwert von 89,3 Milliarden Euro (105 Milliarden US-Dollar) aus.
Die Daten unterstreichen die Tiefe der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europas größter Volkswirtschaft und Asiens Fertigungsmacht. China ist seit 2015 Deutschlands größter Warenlieferant, was die Abhängigkeit der deutschen Industrie von importierten Komponenten und Fertigprodukten widerspiegelt.
Gleichzeitig hat sich der Handel mit den Vereinigten Staaten abgekühlt. Die deutschen Exporte in die USA – immer noch der größte Einzelabnehmer deutscher Waren – gingen 2025 um 9,4 % zurück. Dieser Rückgang verringerte Deutschlands Handelsüberschuss mit Washington von 69,6 Milliarden Euro auf 51,9 Milliarden Euro.
Insgesamt war Deutschlands Exportentwicklung verhalten. Die Gesamtexporte stiegen im vergangenen Jahr um weniger als 1 %, während die Importe um 4,3 % zunahmen. Trotz der wachsenden Lücke in einigen bilateralen Beziehungen hielt das Land eine positive Handelsbilanz von 200,5 Milliarden Euro aufrecht.
Die neuesten Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, da Deutschland weiterhin eine lang anhaltende Phase wirtschaftlicher Belastung durchläuft. Die industrielle Basis des Landes, lange Zeit auf erschwingliche Energieimporte angewiesen, wurde nach Berlins Beitritt zu den westlichen Sanktionen gegen Moskau infolge der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 erheblich beeinträchtigt. Zuvor hatte Russland rund 55 % des deutschen Erdgases geliefert.
Der Verlust relativ kostengünstiger russischer Energie wird von deutschen Beamten und nationalen Medien als Schlüsselfaktor für steigende Produktionskosten und langsameres Wirtschaftswachstum genannt. Im Januar verband die Deutsche Industrie- und Handelskammer hohe Energiepreise mit einer, wie sie es beschrieb, ungewöhnlich hohen Zahl von Unternehmensinsolvenzen.
Anfang dieses Monats schätzte das Deutsche Wirtschaftsinstitut, dass Deutschland in aufeinanderfolgenden Krisen, einschließlich der Covid-19-Pandemie und den Folgen des Ukraine-Krieges, mehr als 1 Billion US-Dollar an BIP-Leistung verloren hat.
Vor diesem Hintergrund spiegelt die erneute Bedeutung Chinas in Deutschlands Handelsstatistik sowohl Chancen als auch Risiken wider. Einerseits signalisieren robuste Handelsströme eine anhaltende Nachfrage und Lieferkettenintegration. Andererseits unterstreicht das wachsende Defizit eine zunehmende Asymmetrie in der Beziehung.
Für die politischen Entscheidungsträger in Berlin besteht die Herausforderung darin, Diversifizierung mit Pragmatismus in Einklang zu bringen. Da die Exporte in die Vereinigten Staaten schwächer werden und die Energiekosten hoch bleiben, passt sich Deutschlands Wirtschaftsmotor einer neuen globalen Landschaft an – einer, in der sich die Handelsdynamik so schnell verschiebt wie die geopolitischen Ausrichtungen.