Feb. 23, 9:16 AM

Nordkoreas Frauen treten beim Asien-Cup wieder ins Rampenlicht

Nach Jahren der Isolation kehrt das staatlich unterstützte Fußballprojekt des abgeschotteten Landes auf die kontinentale Bühne zurück

Nur wenige Länder schützen ihre Grenzen – und ihr Image – so streng wie Nordkorea. Doch diesen Monat kehrt eine der geheimsten Nationen der Welt auf einer unerwarteten Bühne zurück auf die internationale Bühne: dem Frauenfußball.

Die nordkoreanische Frauen-Nationalmannschaft, die auf Platz neun der Weltrangliste steht, kehrt nach mehr als einem Jahrzehnt nahezu vollständiger Abwesenheit von globalen Turnieren in den wichtigsten kontinentalen Wettbewerb, den Frauen-Asien-Cup, zurück. Ihr Eröffnungsspiel gegen Usbekistan markiert nicht nur ein sportliches Comeback, sondern auch das Wiederauftauchen eines langjährigen staatlichen Projekts, das Frauenfußball als Instrument internationaler Sichtbarkeit genutzt hat.

Die Wurzeln dieser Strategie reichen bis ins Jahr 1986 zurück, als die Forderungen nach einer Frauen-Weltmeisterschaft innerhalb der FIFA an Zugkraft gewannen. Inspiriert durch die wachsende Legitimität des Frauenfußballs investierte Pjöngjang ab den späten 1980er-Jahren massiv: Fußballprogramme wurden in Schulen integriert, Vollzeit-Militär-Frauenteams gegründet, Jugend-Scouting-Systeme formalisiert und neue Trainingseinrichtungen gebaut.

Als das Land politisch und wirtschaftlich zunehmend isoliert wurde, wurde der Sport zu einer der wenigen Arenen, in denen es Stärke im Ausland projizieren konnte. Unter Kim Jong-il, Berichten zufolge ein Fußball-Enthusiast, entwickelte sich das Frauenteam sowohl zu einer wettbewerbsfähigen Kraft als auch zu einem Propaganda-Asset.

Die Investition zahlte sich aus. Zwischen 2001 und 2008 gewann Nordkorea drei Frauen-Asien-Cup-Titel und wurde zu einer der dominierenden Mannschaften Asiens. Heimspiele zogen Zehntausende von Zuschauern in Stadien wie das Rungrado 1. Mai Stadion, während staatliche Medien die Spielerinnen als Nationalheldinnen feierten. Erfolgreiche Fußballerinnen wurden mit Wohnungen in Pjöngjang und Privilegien belohnt, die den meisten Bürgern nicht zugänglich waren.

Doch 2011 geriet der Schwung abrupt ins Stocken. Bei der Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland wurden fünf Spielerinnen positiv auf verbotene Steroide getestet. Nordkoreanische Beamte behaupteten, die Substanz stamme aus einem natürlichen Heilmittel, das aus Moschushirschdrüsen gewonnen wurde und angeblich verabreicht wurde, nachdem Spielerinnen vom Blitz getroffen worden waren. Die FIFA lehnte die Erklärung ab und verhängte ein vierjähriges Verbot, das das Team vom Turnier 2015 ausschloss.

Nachfolgende verpasste Qualifikationen für große Wettbewerbe – kombiniert mit pandemiebedingten Rückzügen in den Jahren 2022 und 2023 – führten dazu, dass die A-Nationalmannschaft weitgehend vom internationalen Fußball abwesend war. Wirtschaftssanktionen schränkten die Fähigkeit der Spielerinnen, im Ausland anzutreten, weiter ein.

Doch hinter den Kulissen produzierte das System weiterhin Talente. Die Eröffnung der Internationalen Fußballschule Pjöngjang im Jahr 2013 stärkte die Nachwuchsförderung. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Nordkoreas Jugendteams sind amtierende U17- und U20-Weltmeisterinnen und Asien-Cup-Siegerinnen, was das Land zu einem der erfolgreichsten nationalen Programme auf Jugendebene macht.

Nun bietet der Asien-Cup den bisher klarsten Test, ob diese Pipeline die A-Nationalmannschaft zu alter Größe zurückführen kann. Während einige der hellsten jungen Stars das Turnier möglicherweise noch nicht anführen, trägt der Kader das Gewicht jahrzehntelanger strategischer Investitionen.

In einer Nation, in der der politische Einfluss im Ausland begrenzt ist, bleibt Frauenfußball eine seltene Arena für globales Engagement. Ob Nordkoreas Comeback eine nachhaltige Wiederbelebung oder ein kurzes Wiederaufleben markiert, seine Präsenz beim Asien-Cup unterstreicht, wie Sport – selbst in den isoliertesten Staaten – sowohl Wettbewerb als auch Botschaft sein kann.

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