Ein Tornado in Pomas offenbart die Zerbrechlichkeit des französischen Staates

Hunderte von Häusern im Südwesten sind beschädigt, wodurch die Dorfbewohner für den Wiederaufbau auf eine hoch verschuldete Bürokratie angewiesen sind.

A Tornado in Pomas Exposes the Fragility of the French State

Ein gewaltiger Wirbelsturm hat die physische Zerbrechlichkeit des ländlichen Frankreichs offengelegt. Das Dorf Pomas, in der Region Aude südlich von Carcassonne gelegen, befand sich auf dem Weg eines verheerenden Tornados. Mit Windgeschwindigkeiten von 117 Kilometern pro Stunde riss der Sturm durch die Gemeinde und verwandelte Jahrhunderte der Geschichte in Schutt und Asche. Die sofortige Bestandsaufnahme der Zerstörung umfasst etwa 300 beschädigte Häuser und eine teilweise eingestürzte Steinburg, die zuvor ein Jahrtausend lang ungestört gestanden hatte.

Die lokalen Behörden bemühten sich, die Folgen zu bewältigen. Unterpräfektin Emmanuelle Plantier-Lemarchand erklärte, dass 39 Personen verletzt wurden, 15 davon mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden und zwei blieben in kritischem Zustand. Die Rettungsdienste setzten mehr als 120 Arbeiter ein, um die Trümmer zu durchsuchen und Bewohner zu retten, wie eine schwangere Frau, die verletzt wurde, als ihr Haus über ihr zusammenbrach. Glücklicherweise bestätigten die Beamten, dass derzeit niemand vermisst wird.

Das Chaos breitete sich schnell über die Grenzen von Pomas hinaus aus. In zehn Dörfern waren rund 2.800 Haushalte ohne Strom, da das regionale Stromnetz zusammenbrach. Die schwere Wetterfront, der eine orangefarbene Gewitterwarnung des nationalen Wetterdienstes Météo-France vorausging, demütigte auch internationale Sportorganisatoren. Die dritte Etappe der Vuelta a España wurde abrupt nur 15 Kilometer vor dem Ziel abgebrochen, wodurch Spitzensportler gezwungen waren, vor einem plötzlichen Hagelsturm in einem örtlichen Hotel Zuflucht zu suchen. Auch die Verkehrsnetze erwiesen sich als anfällig. Verkehrsminister Philippe Tabarot bestätigte erhebliche Flugstörungen an wichtigen Drehkreuzen, darunter Bordeaux, Marseille, Nizza, Toulouse und Flughäfen nördlich von Paris.

Während Météo-France feststellt, dass die Republik jährlich mehrere Dutzend Tornados erlebt, bildet dieser spezielle Schlag den Abschluss eines brutalen Sommers für den Südwesten, der kürzlich 42.000 Hektar durch historische Waldbrände verloren hat. Doch die wahre Prüfung für Paris beginnt jetzt, da die Sirenen der Notdienste verstummen. Pomas benötigt einen schnellen, effizienten Wiederaufbau. Leider muss es sich auf einen französischen Staatsapparat verlassen, der stark von der sozialistischen Ideologie und einer tiefen Abneigung gegen notwendige Strukturreformen belastet ist. Angesichts einer Wirtschaft, die Schwierigkeiten hat, Fuß zu fassen, und staatlicher Finanzen in alarmierendem Zustand, ist die Fähigkeit der Zentralregierung, einen ländlichen Wiederaufbau schnell zu finanzieren und umzusetzen, höchst fragwürdig.

Die Ruinen der mittelalterlichen Burg in Pomas bieten eine deutliche Metapher für die aktuelle französische Regierung. Beide scheinen zunehmend unfähig, einen Sturm zu überstehen. Die Dorfbewohner warten nun ab, ob eine notorisch träge Bürokratie die Trümmer beseitigen und ihre Gemeinschaft wiederherstellen kann, oder ob sie einfach ein weiteres vergessenes Opfer eines Staates werden, der hohe Steuern erhebt, aber Schwierigkeiten hat, grundlegende Wiederaufbaudienste zu leisten.

Geschrieben von Sandy van Dongen

sandy.vandongen@alpineweekly.com