
Starmer verliert wichtigen Berater, Epstein-Enthüllungen erschüttern die britische Politik
Stabschef Morgan McSweeney tritt nach Gegenwind wegen einer diplomatischen Ernennung zurück, die mit neu veröffentlichten Epstein-Dokumenten in Verbindung steht.

Die britische Regierung wurde am Wochenende von neuen Turbulenzen erschüttert, nachdem Premierminister Keir Starmer einen seiner engsten Berater inmitten wachsender politischer Auswirkungen neu veröffentlichter Dokumente im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein verloren hatte.
Morgan McSweeney, Starmers Stabschef und eine zentrale Figur hinter der Rückkehr der Labour-Partei an die Macht im Jahr 2024, trat am Sonntag zurück. Sein Rücktritt folgte anhaltender Kritik an seiner Rolle bei der Empfehlung der Ernennung von Peter Mandelson zum Botschafter des Vereinigten Königreichs in Washington – eine Entscheidung, die seither zutiefst umstritten ist.
Der Druck verstärkte sich, nachdem vom US-Justizministerium veröffentlichte Akten Mandelsons fortgesetzten Kontakt mit Epstein Jahre nach der ersten Verurteilung des Finanzexperten wegen Sexualvergehen detailliert beschrieben. Die Dokumente zeigten auch, dass Mandelson regierungsbezogene Kommunikation mit Epstein teilte, nachdem Vorwürfe gegen ihn bereits weithin bekannt waren. Diese Enthüllungen waren faktische Feststellungen in offiziellen Aufzeichnungen, obwohl die Interpretationen ihrer Bedeutung im gesamten politischen Spektrum variieren.
Starmer räumte letzte Woche ein, dass Mandelson die Art seiner Beziehung zu Epstein während des Überprüfungsprozesses falsch dargestellt hatte und entschuldigte sich öffentlich für die Genehmigung der Ernennung. Mandelson wurde 2025 von seinem diplomatischen Posten entfernt, nachdem weitere Details seiner früheren Verbindungen bekannt wurden. Er hat sich nicht zu den jüngsten Entwicklungen geäußert, obwohl er zuvor sein Bedauern darüber ausgedrückt hatte, nicht früher auf Anschuldigungen im Zusammenhang mit Epstein reagiert zu haben.
McSweeney erklärte, er übernehme die Verantwortung für die Beratung des Premierministers bei der Ernennung und sei zu dem Schluss gekommen, dass ein Verbleib in seiner Rolle nicht länger haltbar sei. Sein Abgang wurde als Akt der Rechenschaftspflicht und nicht als Widerspiegelung eines formellen Fehlverhaltens dargestellt. Starmer dankte McSweeney für seinen Dienst und seinen Beitrag zur Labour Party.
Der Rücktritt hinterlässt eine spürbare Lücke im Zentrum von Downing Street. McSweeney galt weithin als einer der effektivsten Strategen der Labour-Partei und hatte langjährige berufliche Verbindungen zu Mandelson, einer hochrangigen Persönlichkeit aus der New Labour-Ära der Partei. Ob sein Abgang der Regierung zur Stabilisierung verhelfen oder den internen Dissens weiter anheizen wird, bleibt ungewiss.
Die Kontroverse kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für Starmer, dessen Zustimmungsraten in den letzten Monaten gesunken sind. Einige Labour-Abgeordnete hatten seine Führung bereits vor dem Auftauchen der Epstein-bezogenen Enthüllungen in Frage gestellt, und die Episode hat den Kritikern neue Munition geliefert. Hochrangige Kabinettsmitglieder haben den Premierminister jedoch öffentlich aufgefordert, sich auf innenpolitische Prioritäten wie die Lebenshaltungskostenkrise zu konzentrieren.
Starmer hat zugesagt, Dokumente aus dem Überprüfungsprozess für Botschafter freizugeben, um zu zeigen, wie Mandelsons Aussagen von den später öffentlich gemachten Informationen abwichen. Es wird erwartet, dass diese Offenlegung eher weitere Prüfungen nach sich zieht, als die Angelegenheit vollständig abzuschließen.
Politisch ist der Zeitpunkt ungünstig. Labour steht später in diesem Winter vor einer Nachwahl und im Mai vor landesweiten Kommunalwahlen, die beide wahrscheinlich als informelle Urteile über Starmers Führung gewertet werden. Meinungsumfragen zeigen derzeit, dass die Partei hinter Reform UK liegt, was das Gefühl verstärkt, dass die kommenden Monate entscheidend sein könnten.
Vorläufig mag McSweeneys Rücktritt einen Schlussstrich unter ein Kapitel des Skandals ziehen. Ob er auch verhindert, dass die Geschichte sich ausweitet – oder zu einem Symbol tieferer Unruhe innerhalb der Labour-Partei wird – ist eine Frage, die der Premierminister bald an der Wahlurne beantwortet bekommen wird.
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