
Trump unterstützt Orbán, während Ungarn auf eine folgenschwere Wahl zusteuert
Der frühere US-Präsident hat Viktor Orbán seine Unterstützung zugesagt, da Umfragen darauf hindeuten, dass der ungarische Ministerpräsident vor seiner schwierigsten Wahlherausforderung seit über einem Jahrzehnt steht.

Donald Trump ist von jenseits des Atlantiks in den ungarischen Wahlkampf eingetreten und hat Ministerpräsident Viktor Orbán nur wenige Wochen vor den Wahlen öffentlich unterstützt, die das wettbewerbsintensivste Rennen in Orbáns langer politischer Karriere werden könnten.
Die auf Trumps Social-Media-Plattform Truth Social geteilte Unterstützung festigt eine politische Allianz, die sich über mehrere Jahre erstreckt. Orbán, der Ungarn seit 2010 regiert, versucht, seine Herrschaft zu verlängern, zu einer Zeit, in der Meinungsumfragen darauf hindeuten, dass seine Dominanz ernsthaft bedroht ist. Umfragen zeigen, dass die oppositionelle Tisza-Partei, angeführt vom konservativen Newcomer Péter Magyar, derzeit einen Vorsprung vor Orbáns regierender Fidesz-KDNP-Koalition hat.
Trumps Intervention folgt einem bekannten Muster. Er hat wiederholt ideologisch gleichgesinnte Kandidaten im Ausland unterstützt, insbesondere solche, die nationalistische und harte Migrationspolitiken fördern. In den letzten Jahren unterstützte Trump öffentlich Persönlichkeiten wie die Japanerin Sanae Takaichi und den Argentinier Javier Milei während ihrer Kampagnen – beide gewannen letztendlich ihre jeweiligen Wahlen. Seine Unterstützung für Orbán passt genau in diesen Ansatz.
Der ehemalige US-Präsident lobte Orbáns Bilanz, insbesondere seine strikte Haltung zur Einwanderung, und bezeichnete den ungarischen Staatschef als einen verlässlichen Verbündeten. Trump erinnerte auch daran, Orbán bereits im vorherigen ungarischen Wahlzyklus unterstützt zu haben, was Kontinuität statt einer einmaligen Geste signalisiert.
Der politische Zeitpunkt ist bemerkenswert. Orbán sieht sich anhaltendem innenpolitischen Druck ausgesetzt; Umfragedaten des ungarischen 21 Research Centers zeigen 35 Prozent Unterstützung für Tisza im Vergleich zu 28 Prozent für Fidesz-KDNP. Obwohl Umfragen keine Wahlergebnisse garantieren, deuten sie auf einen weitaus engeren Wettbewerb hin, als Orbán ihn seit über einem Jahrzehnt erlebt hat.
Spekulationen über eine engere Zusammenarbeit zwischen den USA und Ungarn sind ebenfalls wieder aufgekommen. Im Januar schickte Trump Orbán einen Brief, in dem er einen möglichen Besuch in Ungarn vor der Wahl vorschlug, obwohl kein Datum bestätigt wurde. Orbán hat seitdem erklärt, er hoffe, Trump davon überzeugen zu können, nach Budapest zu kommen, und hat die Idee – als seine eigene Aussage und nicht als bestätigter Plan – ins Spiel gebracht, einen zukünftigen internationalen Gipfel mit den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine zu veranstalten, sollten die Bedingungen dies zulassen.
Die Unterstützung erfolgt vor einem breiteren geopolitischen Hintergrund. Ein kürzlich veröffentlichtes Dokument zur US-Nationalen Sicherheitsstrategie hat argumentiert, dass Washington nationalistische und rechtsextreme Bewegungen in Europa zunehmend als Partner im Kampf gegen das, was es als Europas „zivilisatorischen Verfall“ bezeichnet, betrachtet. Während das Dokument politisches Denken und keine operativen Verpflichtungen darlegt, unterstreicht es die ideologische Übereinstimmung zwischen Trump und Führern wie Orbán.
Die ungarischen Wähler werden am 12. April ihre Stimmen abgeben. Ob Trumps Unterstützung maßgeblich sein wird, bleibt ungewiss, aber sie verleiht einem Wahlkampf, der sich bereits als entscheidender Moment für Ungarns politische Richtung abzeichnet, eine internationale Dimension.
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