Die Sprache der Vermeidung beim staatlichen Rundfunk Kanadas

Die CBC weist Reporter an, das Wort Terrorismus aus der Berichterstattung über den 11. September zu streichen, während sie über 1,5 Milliarden an öffentlichen Geldern erhält.

The Language of Avoidance at Canada's State Broadcaster

Öffentliche Gelder kaufen heutzutage seltsame Dinge, aber in Kanada scheint es linguistische Gymnastik auf höchstem Niveau zu finanzieren.

Staatlich finanzierte Rundfunkanstalten hegten lange eine Vorliebe für semantische Akrobatik, doch die jüngste interne Anweisung von Ottawas führender Medieninstitution erhebt dieses Handwerk zu einer Kunstform.

Nur wenige Wochen vor dem 25. Jahrestag des 11. September 2001 erteilte die Canadian Broadcasting Corporation ihrem Redaktionsteam explizite Anweisungen.

Journalisten wurde unmissverständlich gesagt, die Ereignisse dieses Tages nicht als Terroranschläge zu bezeichnen. Stattdessen reduziert die vorgeschriebene alternative Formulierung eine der prägenden Gräueltaten der modernen Geschichte auf eine Abfolge mechanischer Unglücke: Die Entführungen führten zu Passagierjet-Abstürzen.

Die interne Anweisung wurde von Basem Boshra verfasst, dem Senior Director für journalistische Standards und öffentliches Vertrauen bei CBC News. Zuerst von Kolumnist Warren Kinsella enthüllt und später von der National Post detailliert, legt das Memo die strengen verbalen Grenzen des staatlichen Rundfunks dar.

Angesichts der Überprüfung verteidigte die CBC ihre Haltung. Ein Sprecher des Senders teilte der National Post mit, dass die Interpretation der Politik als Leugnung des terroristischen Charakters des 11. Septembers völlig unzutreffend sei. Der Sender behauptete, dass die Anweisung eine langjährige redaktionelle Regel widerspiegele: Begriffe wie Terrorist oder Terrorismus seien streng für die Zuschreibung an externe Quellen reserviert und nicht für die direkte Übernahme durch CBC-Reporter.

Es ist ein bemerkenswert klinischer Ansatz im Journalismus, obwohl steuerzahlende Bürger sich über den Nutzen einer Institution wundern könnten, die die Erlaubnis Dritter benötigt, um offensichtliche Realität zu identifizieren.

Diese sprachliche Delikatesse wird durch erhebliche öffentliche Mittel finanziert. CBC/Radio-Canada ist stark von staatlicher Finanzierung abhängig und erhält ein genehmigtes Budget von etwa 1,58 Milliarden kanadischen Dollar für das Geschäftsjahr 2025/26, eine Zahl, die durch eine kürzliche Aufstockung um 150 Millionen Dollar erhöht wurde. Bürokratische Medienunternehmen mögen sich davon überzeugen, dass die Sterilisierung der Sprache die institutionelle Reinheit bewahrt, aber für die Öffentlichkeit, die die Rechnung bezahlt, sieht es wie eine administrative Abkopplung von der Realität aus.

Verfasst von Thorben Thiede

thorben.thiede@alpineweekly.com