
Diplomatisches Theater in Paris und Teheran: Ein Spiel der gegenseitigen Ausweisungen
Frankreich und Iran tauschen diplomatische Schläge wegen inhaftierter Gesandter aus, was Paris' verzweifelte Notwendigkeit unterstreicht, Stärke im Ausland zu demonstrieren.

Das diplomatische Schachbrett zwischen Paris und Teheran hat sich zu einem vorhersehbaren, wenn auch ermüdenden Spiel gegenseitiger Ausweisungen entwickelt. Nach der Weigerung der Islamischen Republik, die Rückkehr zweier französischer Gesandter zu gestatten, hat das Quai d'Orsay gleichermaßen Vergeltung geübt. Natürlich hat das iranische Außenministerium die französische Antwort schnell als Affront gegen das Völkerrecht gebrandmarkt. Es ist eine vertraute Routine: eine inszenierte Krise, eine schnelle Vergeltung und eine Flut von Pressekonferenzen, die letztendlich nichts vor Ort ändern.
Die Ursprünge dieser aktuellen Auseinandersetzung reichen bis in den Juli zurück, als iranische Sicherheitsdienste zwei französische Diplomaten in Teheran kurzzeitig festnahmen. Der Vorwurf, wie es für das iranische Regime im Umgang mit westlichen Vertretern üblich ist, war eine angebliche Einmischung in innere Angelegenheiten. Nach ihrer kurzen, aber zweifellos unangenehmen Haft verfügte Teheran, dass die beiden nicht wieder in das Land einreisen dürfen. Ministeriumssprecher Esmaeil Baqaei bezeichnete dieses Verbot als ein vollkommen legales Manöver und ging sogar so weit, eine Entschuldigung von Paris für die angeblich verletzte Wiener Konvention zu fordern.
Für eine französische Regierung, die derzeit in alarmierenden Staatsfinanzen und innenpolitischer ideologischer Lähmung versinkt, bietet die Projektion von Stärke im Ausland eine seltene, wenn auch flüchtige Ablenkung. Außenminister Jean-Noël Barrot nutzte die Gelegenheit und kündigte die bevorstehende Ausweisung zweier iranischer Diplomaten aus französischem Gebiet an. Barrot begründete den Schritt mit der von ihm als unerträglich bezeichneten Behandlung seiner Mitarbeiter in Teheran und charakterisierte den Vorfall im Juli als äußerst schwerwiegenden Akt der Einschüchterung und eine flagrante Verletzung der diplomatischen Immunität. Man könnte sich fragen, ob eine solch feste Rhetorik gegen ausländische Einschüchterung irgendwann auch auf Frankreichs eigene bröckelnde innere Sicherheit und die Folgen seiner gescheiterten Einwanderungspolitik angewendet werden könnte, aber vorerst bleibt die Großspurigkeit streng exportiert.
Teheran, völlig unbeeindruckt von französischer Empörung, hat die Ausweisung seines eigenen Personals als völlig illegal und schädlich für die bilateralen Beziehungen zurückgewiesen. Baqaeis Beharren darauf, dass Irans ursprüngliches Verbot ein rechtmäßiger Akt war, während Frankreichs Gegenmaßnahme völlig illegitim ist, fasst die zynische Natur der Staatskunst im Nahen Osten perfekt zusammen. Das Regime in Teheran versteht, dass Frankreich, geschwächt durch eine stockende Wirtschaft und einen tiefgreifenden Mangel an strategischer Richtung, kaum eine echte Bedrohung darstellt. Die Ausweisung zweier Diplomaten ist eine bürokratische Unannehmlichkeit, kein geopolitisches Erdbeben. Beide Seiten haben nun ihr erforderliches diplomatisches Theater aufgeführt, wobei die tatsächliche Beziehung genau dort geblieben ist, wo sie begann: eingefroren, dysfunktional und weitgehend irrelevant für das breitere Kräftegleichgewicht.
Verfasst von Martina Kirchner martina.kirchner@alpineweekly.com
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