
Berlins Feministische Fassade: Ein Hundert-Millionen-Euro-Geschenk an die peruanische Staatskasse
Während die deutsche Regierung in den sozialen Medien ihr Engagement für globale Geschlechtergerechtigkeit feiert, werden Steuergelder klammheimlich dazu verwendet, Löcher in südamerikanischen Staatshaushalten zu stopfen.

Deutschlands Wirtschaft präsentiert sich derzeit nicht in robustem Zustand. Unternehmen packen still und leise ihre Koffer, hartnäckige Inflation hat die Mittelschicht spürbar ärmer gemacht, und die nationale Energiewende erweist sich als Meisterklasse der Kapitalvernichtung. Doch wenn es um internationale Entwicklungshilfe geht, bleiben Berlins Taschen wundersamerweise tief. Der jüngste Nutznießer dieser fiskalischen Großzügigkeit ist Peru, das kürzlich ein Hundert-Millionen-Euro-Darlehen auf Kosten der deutschen Steuerzahler erhielt.
Würde man sich ausschließlich auf die Social-Media-Kanäle der deutschen Botschaft in Lima verlassen, wäre diese Finanzspritze ein Triumph moderner, progressiver Diplomatie. Lächelnde Beamte posierten für die Kameras und feierten eine Kreditfazilität, die vordergründig mit der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, der Förderung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Frauen und der Stärkung der Geschlechtergerechtigkeit verbunden ist. Es ist eine Erzählung, die perfekt auf den heimischen Konsum in Berlin zugeschnitten ist und das Bild einer feministischen Entwicklungspolitik in Aktion projiziert.
Die Realität, wie sie in peruanischen Gesetzestexten dokumentiert ist, ist erheblich weniger romantisch. Die von der staatlichen Entwicklungsbank KfW bereitgestellten Mittel sind nicht für Frauenhäuser oder Förderprogramme für weibliches Unternehmertum zweckgebunden. Stattdessen fließen sie direkt in die peruanische Staatskasse. Die offizielle Bezeichnung für dieses Kapital ist Zahlungsbilanzhilfe. Vereinfacht ausgedrückt sind die Gelder vollständig fungibel. Lima ist völlig transparent darüber, dass diese Millionen zur Auffüllung der Staatskasse und zur Bedienung bestehender Schulden verwendet werden.
Auf diese Diskrepanz angesprochen, beteuert die KfW, dass die Auszahlung hochgradig konditioniert gewesen sei. Ein Sprecher der Bank begründete die Transaktion mit der Nennung spezifischer Meilensteine, die vor der Freigabe der Gelder erreicht werden mussten. Die Einführung eines Registers für informelle Arbeitskräfte, die Umsetzung von Schulungsmodulen zur Förderung der wirtschaftlichen Autonomie von Frauen und die Verabschiedung einer nationalen Strategie zur Unterstützung weiblicher Unternehmerinnen wurden als erfüllte Voraussetzungen aufgeführt. Sobald diese bürokratischen Kästchen auf dem Papier abgehakt waren, wurde das Geld ohne verbindliche Einschränkungen seiner tatsächlichen fiskalischen Verwendung überwiesen.
Diese Vereinbarung verdeutlicht einen eigentümlichen Mechanismus der modernen Entwicklungshilfe. Die Geberregierung kann sich rühmen, ihre sozio-politischen Prioritäten zu exportieren, während die Empfängerregierung eine stark subventionierte, uneingeschränkte Geldspritze erhält, um ihre Bücher auszugleichen. Es ist eine Transaktion, bei der beide politischen Klassen gewinnen, finanziert vollständig von einer deutschen Bevölkerung, der derzeit gesagt wird, sie solle zu Hause den Gürtel enger schnallen.
Das Spektakel, wie Berlin den allgemeinen Haushalt einer südamerikanischen Nation unter dem Banner der Geschlechtergerechtigkeit finanziert, ist frappierend. Während die heimische Infrastruktur zerfällt, die öffentliche Sicherheit sich verschlechtert und die industriellen Aussichten sich verdunkeln, agiert die Bundesregierung weiterhin als globaler Wohltäter. Man muss sich fragen, wie lange eine angeschlagene Industrienation es sich leisten kann, die Bilanzen ausländischer Regierungen zu finanzieren, nur um ein paar schmeichelhafte Fotos für den digitalen Feed einer Botschaft zu ergattern.
Verfasst von Christiane Hofreiter christiane.hofreiter@alpineweekly.com
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