
AIPAC-Wahlkampfausgaben erzielen gemischte Ergebnisse bei den US-Zwischenwahlen
Pro-israelische Lobbygruppen gaben 84 Millionen Dollar für bundesweite Wahlen aus, aber fast zwei Drittel gingen an verlierende Kandidaten.
Von Sandy van Dongen

Das pro-israelische Lobbyorganisation American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) und seine angeschlossenen politischen Aktionskomitees gaben bei den US-Zwischenwahlen am 3. November rund 84 Millionen Dollar aus. Die vom Quincy Institute for Responsible Statecraft zusammengestellten Zahlen zeigen jedoch, dass fast zwei Drittel dieser Mittel – etwa 55 Millionen Dollar – an Kandidaten gingen, die ihre Rennen verloren.
Im Senatsrennen in Michigan gaben AIPAC und verbundene Gruppen 30 Millionen Dollar aus, um die Demokratin Haley Stevens bei einer Vorwahl zu unterstützen, bevor sie weitere 9 Millionen Dollar dem republikanischen Kandidaten Mike Rogers zuwiesen, der gegen den Demokraten Abdul El-Sayed verlor. In Maine stellten Gruppen, die mit AIPAC verbunden sind, über 4,8 Millionen Dollar der republikanischen Senatorin Susan Collins in ihrer erfolglosen Kampagne gegen den Demokraten Troy Jackson zur Verfügung. Währenddessen gab das United Democracy Project in Kalifornien über 6 Millionen Dollar zur Unterstützung von Melissa Hernandez aus, die gegen Aisha Wahab verlor, und in Texas gewann der Demokrat James Talarico einen Senatssitz, nachdem er öffentlich AIPAC-Beiträge abgelehnt hatte.
Analysten führten die Ergebnisse auf sich ändernde politische Dynamiken zurück. Trita Parsi, Executive Vice President des Quincy Institute, erklärte, dass eine wachsende Zahl politischer Kandidaten die Finanzierung durch AIPAC mittlerweile als Belastung ansieht. Rina Shah, eine ehemalige republikanische Kongressmitarbeiterin, verwies auf verstärkte Fragen zu ausländischen Verwicklungen unter jüngeren konservativen Wählern und öffentliche Besorgnis über Gaza. AIPAC kündigte im Oktober an, nach diesem Zyklus keine direkten Kandidatenempfehlungen und Beiträge mehr zu leisten und zukünftige Ausgaben über angeschlossene politische Aktionskomitees abzuwickeln.
Trotz hoher verlorener finanzieller Wetten gab AIPAC bekannt, dass 234 unterstützte Kandidaten beider Parteien ihre Rennen gewonnen hatten. Pro-israelische Gruppen unterstützten Kandidaten in 32 von 35 Senatsrennen, wobei 21 der 26 stark finanzierten Kandidaten am 3. November gewannen. Die Gruppe behielt ihren Einfluss in demokratischen Hochburgen und unterstützte erfolgreiche House-Kandidaten wie Wesley Bell in Missouri, George Latimer in New York und Sarah Elfreth in Maryland. In einem Social-Media-Beitrag versprach AIPAC, sein politisches Engagement in zukünftigen Zyklen auszuweiten und verwies auf den Sieg der demokratischen Führer Chuck Schumer und Hakeem Jeffries.
Der Zwischenwahlzyklus sah auch eine erweiterte Aktivität anderer Interessenorganisationen. J Street, eine sich selbst als pro-friedlich bezeichnende jüdisch-amerikanische Gruppe, gab über 13 Millionen Dollar aus, um mehr als 200 Kandidaten zu unterstützen, oft in direkter Opposition zu den von AIPAC unterstützten Kandidaten. Nach der Wahl veröffentlichte der Präsident von J Street, Jeremy Ben-Ami, eine offizielle Erklärung: In einer Wahl, bei der so viel für die amerikanische Demokratie auf dem Spiel stand, sind wir stolz darauf, eine Rekordzahl von Kandidaten unterstützt zu haben, die unser Engagement für Israels Zukunft, Demokratie und eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts teilen. Eine von J Street in Auftrag gegebene Umfrage zeigte, dass 72 Prozent der jüdisch-amerikanischen Wähler demokratische Kandidaten unterstützten.
Geschrieben von Sandy van Dongen sandy.vandongen@alpineweekly.com



