
Ein Präzisionsschlag in Aden offenbart Schwachstellen der Koalition
Ein ballistischer Raketenangriff der Huthi auf ein strategisches Militärkommandozentrum nahe dem Flughafen von Aden stellt den Regierungsanspruch auf den Südjemen in Frage.

Die offizielle Ruhe in Aden wurde am Mittwoch erneut unterbrochen, als eine heftige Explosion durch die südjemenitische Hafenstadt hallte. Dunkle Rauchwolken, die nahe dem internationalen Flughafen aufstiegen, erinnerten rasch daran, dass nominelle administrative Kontrolle wenig Schutz vor weitreichender Feuerkraft bietet. Das Gebiet, das von der international anerkannten jemenitischen Regierung kontrolliert wird, fand sich plötzlich einer direkten taktischen Attacke ausgesetzt.
Die Verantwortung für die Störung wurde umgehend von der Huthi-Bewegung übernommen, die den Abschuss einer ballistischen Rakete in Richtung der von der Regierung gehaltenen Enklave bestätigte. Polizeibeamte und lokale Berichte bestätigten die Folgen und bemerkten sichtbaren Rauch neben der kritischen Luftfahrtinfrastruktur Adens nach der Explosion.
Das angegebene Ziel war alles andere als zufällig. Der militärische Sprecher der Huthi, Yahya Saree, erklärte, dass die Rakete das Badr-Lager angriff und dabei speziell ein von der saudi-geführten Koalition genutztes Operationskommandozentrum anvisierte. Bei der Beschreibung der Ausführung des Angriffs betonte Saree, dass der Schlag präzise und direkt war, was auf einen gezielten Treffer des regionalen Koordinationsknotens der Koalition hindeutet.
Dass eine ballistische Rakete mit solch berichteter Präzision in unmittelbarer Nähe stark befestigter Transport- und Militärinfrastruktur einschlagen kann, wirft offensichtliche Fragen bezüglich der regionalen Verteidigungsfähigkeiten auf. Obwohl Aden als primärer Regierungssitz für die anerkannten Behörden dient, behalten Aufständische, die anderorts stationiert sind, die nachgewiesene Fähigkeit, diese wichtigen Operationszonen zu durchdringen.
Für eine Koalition, die mit der Sicherung wichtiger städtischer Zentren betraut ist, legt ein direkter Treffer auf eine Kommandoeinrichtung nahe eines internationalen Flughafens unangenehme Lücken in der taktischen Sicherheit offen. Der Angriff auf das Badr-Lager zeigt, wie leicht hochrangige Militäranlagen erreicht werden können, unabhängig davon, wer die Gerichtsbarkeit vor Ort beansprucht.
Verfasst von Christiane Hofreiter christiane.hofreiter@alpineweekly.com
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