Champions League Spiel nach Rassismusvorwurf gegen Vinicius Jr unterbrochen
Real Madrid verließ kurzzeitig den Platz in Lissabon, nachdem ihr Stürmer angeblichen rassistischen Missbrauch während eines angespannten K.o.-Spiels gegen Benfica gemeldet hatte.

Ein K.o.-Spiel der Champions League in Lissabon wurde am Dienstagabend vorübergehend unterbrochen, nachdem Real Madrids Stürmer Vinicius Jr angeblichen rassistischen Missbrauch während des Spiels seiner Mannschaft gegen Benfica gemeldet hatte, was die Spieler veranlasste, das Feld zu verlassen und die Anti-Diskriminierungs-Protokolle des Fußballs erneut auf die Probe stellte.
Der Vorfall ereignete sich in der zweiten Halbzeit im Estádio da Luz, kurz nachdem Vinicius die spanische Mannschaft mit einem spektakulären Tor in Führung gebracht hatte. Nach einer Konfrontation mit einem Benfica-Spieler wandte sich der brasilianische Nationalspieler an Schiedsrichter François Letexier, um zu melden, was er als rassistische Bemerkungen ihm gegenüber beschrieb.
Nachdem er mit Vinicius gesprochen hatte, machte der Schiedsrichter das Gekreuzte-Arme-Signal – eine von der FIFA 2024 eingeführte Geste, um gemeldeten rassistischen Missbrauch anzuzeigen – und das Spiel wurde unterbrochen. Vinicius verließ daraufhin das Spielfeld, gefolgt von seinen Real Madrid Teamkollegen, während Offizielle und Mitarbeiter beider Vereine eingriffen. Die Unterbrechung dauerte etwa 10 Minuten, bevor das Spiel wieder aufgenommen wurde.
Real Madrid bestätigte später, dass ihr Spieler dem Schiedsrichter von angeblich rassistischer Sprache während des Austauschs berichtet hatte. Benficas Gianluca Prestianni, der beteiligte Spieler, bestritt jegliche rassistischen Kommentare und erklärte, die Situation sei ein Missverständnis gewesen und er bedauere die Drohungen, die seiner Meinung nach auf die Konfrontation folgten.
Das Spiel wurde schließlich fortgesetzt und endete mit einem 1:0-Sieg für Real Madrid, obwohl die Spannungen hoch blieben. In der Nachspielzeit traf ein aus den Tribünen geworfener Gegenstand Vinicius am Arm, was die Prüfung der Ereignisse des Abends weiter anheizte.
Nach dem Spiel äußerte sich Vinicius in den sozialen Medien zu der Situation, kritisierte Rassismus im Fußball und hinterfragte, wie solche Vorfälle während der Spiele gehandhabt werden. Er äußerte auch Frustration darüber, dass er früher im Spiel für das Feiern seines Tores verwarnt wurde, während er der Meinung war, dass die Reaktion auf den angeblichen Missbrauch substanzlos war.
Die Unterbrechung folgte dem etablierten Drei-Schritte-Protokoll der UEFA für den Umgang mit diskriminierendem Verhalten. Gemäß den Richtlinien können Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, vorübergehend aussetzen oder letztendlich abbrechen, wenn der Missbrauch anhält und die Sicherheit der Spieler nicht gewährleistet werden kann. In diesem Fall beurteilten die Offiziellen die Bedingungen als ausreichend für die Wiederaufnahme des Spiels.
Die Episode reiht sich in eine lange Liste von rassismusbezogenen Vorfällen ein, an denen Vinicius im Laufe seiner Karriere beteiligt war. In den letzten Jahren führten mehrere Fälle im Zusammenhang mit Missbrauch gegen ihn zu Geldstrafen, Stadionverboten und Bewährungsstrafen – Ergebnisse, die im spanischen Fußball weithin als beispiellos beschrieben werden.
Die UEFA hat noch nicht bekannt gegeben, ob disziplinarische Maßnahmen auf den Vorfall in Lissabon folgen werden. Während Ermittlungen klären, was gesagt wurde und von wem, beleuchtet der Fall einmal mehr die Herausforderungen, denen der Fußball bei der Durchsetzung einer Null-Toleranz-Politik gegenüber Rassismus gegenübersteht – und die wachsende Bereitschaft der Spieler, Spiele zu unterbrechen, wenn Grenzen überschritten werden.