Strengere ESTA-Regeln könnten den USA Touristen, Arbeitsplätze und Milliarden an Einnahmen kosten

Branchenforschung warnt: Erweiterte Offenlegung von Social-Media-Daten für visumfreie Reisende könnte Millionen davon abhalten, die Vereinigten Staaten zu besuchen

Vorgeschlagene Änderungen am Visumfreiheitsprogramm der Vereinigten Staaten könnten erhebliche wirtschaftliche Risiken mit sich bringen. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass strengere Einreisebestimmungen Millionen internationaler Besucher abschrecken und Zehntausende von Arbeitsplätzen gefährden könnten.

Laut einer vom World Travel and Tourism Council (WTTC) in Auftrag gegebenen Studie könnte die Ausweitung des ESTA-Systems, die eine umfassendere Offenlegung der Social-Media-Aktivitäten von Reisenden erfordern würde, die Ausgaben internationaler Besucher um bis zu 15,7 Milliarden US-Dollar reduzieren. Die gemeinsam mit GSIQ und Oxford Economics durchgeführte Analyse schätzt, dass bis zu 157.000 Arbeitsplätze in der gesamten US-Wirtschaft betroffen sein könnten, sollte die Politik umgesetzt werden.

Die Ergebnisse basieren auf Umfragen in mehreren Ländern, deren Bürger derzeit berechtigt sind, visumfrei in die USA einzureisen. Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, bereits über die vorgeschlagenen Änderungen informiert zu sein, was darauf hindeutet, dass die politische Debatte selbst bereits Reiseentscheidungen beeinflussen könnte.

Ein beträchtlicher Teil der Reisenden gab an, künftige Reisen zu überdenken. Etwa jeder Dritte sagte, die neuen Anforderungen würden ihre Wahrscheinlichkeit, die USA innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre zu besuchen, verringern, während nur eine kleine Minderheit angab, dass die Änderungen Reisen fördern würden. Über die Reiseabsichten hinaus berichteten viele Befragte, dass die Politik die USA sowohl für Urlaubs- als auch für Geschäftsreisende weniger offen erscheinen ließe, ohne aus ihrer Sicht klare Sicherheitsvorteile zu bieten.

Mithilfe von Wirtschaftsmodellen skizzierte das WTTC ein Szenario mit hohen Auswirkungen, in dem die USA allein im Jahr 2026 4,7 Millionen weniger internationale Ankünfte aus ESTA-Ländern verzeichnen könnten. Dies würde einen Rückgang von fast einem Viertel im Vergleich zu den erwarteten Besucherzahlen unter den derzeitigen Regeln bedeuten. Die weitreichenderen Auswirkungen auf die Reise- und Tourismusleistung könnten 21,5 Milliarden US-Dollar erreichen, was einen Sektor, der sich noch im Erholungsmodus befindet, zusätzlich belasten würde.

Der Bericht ordnet den Vorschlag auch in einen breiteren Kontext ein. Die USA haben seit 2019 bereits einen starken Rückgang der internationalen Besucherzahlen erlebt, mit schätzungsweise 11 Millionen weniger Ankünften zwischen damals und 2025. Zusätzliche Hürden, so die Studie, bergen die Gefahr, die Position des Landes zu schwächen, in einer Zeit, in der der globale Wettbewerb um Touristen intensiver wird.

Im Vergleich zu Reisezielen wie Großbritannien, Kanada, Japan und weiten Teilen Westeuropas werden die vorgeschlagenen US-Einreiseregeln als restriktiver angesehen, was Reisende möglicherweise zu alternativen Märkten drängen könnte.

Das WTTC hat die US-Politiker eindringlich aufgefordert, Sicherheitsbedenken gegen die wirtschaftlichen Folgen abzuwägen und warnt davor, dass selbst moderate Änderungen im Reiseverhalten enorme Auswirkungen auf Beschäftigung und Wachstum im Tourismussektor haben könnten. Da sich der globale Reiseverkehr ungleichmäßig erholt, warnt die Organisation, dass jetzt getroffene politische Entscheidungen die Wettbewerbsfähigkeit der USA für die kommenden Jahre prägen könnten.

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